Wechsel im Dax K+S verdrängt Tui

Am Freitag schlägt die Stunde der Wahrheit für mehrere Aktiengesellschaften. Die Kurse am Monatsende entscheiden über die Neuzusammensetzung der Indizes. Der Abstieg von Tui aus dem Dax gilt als sicher, dafür kommt Kali + Salz in die Top 30. Für Salzgitter und Hypo Real Estate wird es spannend.

Frankfurt am Main - Der Düngemittel- und Salzspezialist K+S  steht nach Einschätzung von Index-Experten kurz vor der Aufnahme in den Dax. "K+S wird zu 100 Prozent aufsteigen", ist sich Index-Experte Klaus Stabel von ICF Kursmakler sicher. "Das ist erledigt", meinte auch Christian Stocker von Unicredit.

Das Kasseler Unternehmen werde im 30 Werte umfassenden deutschen Leitindex wohl den Platz des Reise- und Schifffahrtkonzerns Tui  einnehmen. Während K+S die Kriterien Marktkapitalisierung und Streubesitz mit Leichtigkeit erfülle, hinke Tui nach einer schwachen Kursentwicklung und dem Einstieg zweier großer Investoren den anderen Dax-Werten hinterher.

Am Freitag endet die Berechnung der Rangliste der deutschen Aktien, anhand derer die Deutsche Börse  die Zusammensetzung der Auswahlindizes überprüft. Die Entscheidung über Auf- und Abstieg wird jedoch erst am kommenden Mittwoch gefällt und veröffentlicht, umgesetzt werden die Veränderungen dann zum 22. September. Vor allem Wechsel im Dax können Aktienkurse bewegen, da einige Fonds den Index abbilden und deswegen bei Veränderungen ihr Portfolio umschichten. Zudem rückt ein Unternehmen bei Indexzugehörigkeit stärker in den Blick der Öffentlichkeit.

Auch Salzgitter  dürfte es nach Einschätzung von Stabel "zu 95 Prozent" in den Dax geschafft haben, da die Marktkapitalisierung des Immobilienfinanzierers Hypo Real Estate  zuletzt gesunken sei. Stocker von Unicredit ist jedoch skeptisch: "Ich glaube, Hypo Real Estate hält sich und nachdem die Marktkapitalisierung von Salzgitter zuletzt etwas gefallen ist, hat Salzgitter keine Chancen auf den Dax", prognostizierte er. Diese Einschätzung teilt auch Index-Expertin Anke Platzek von der LBBW.

Großer Austausch in MDax, TecDax, SDax

Großer Austausch in MDax, TecDax, SDax

Hypo Real Estate könnte auch davon profitieren, dass die beiden MDax-Werte Fresenius  und EADS  nach Marktkapitalisierung Salzgitter im August überholt haben. Denn damit wäre Salzgitter von der Liste der 30 größten deutschen Aktien verdrängt, doch weder Fresenius noch EADS kommen als Aufsteiger infrage, weil ihr Börsenumsatz auf Xetra zu gering ist.

Der Arbeitskreis Aktienindizes, in dem Vertreter von zwölf Banken versammelt sind, gibt dem Vorstand der Deutschen Börse seine Empfehlung zur Zusammensetzung der Indizes nach klaren Regeln: Bei der jährlichen Anpassung im September steigt ein Unternehmen in den Dax auf, wenn es nach Marktkapitalisierung und Börsenumsatz zu den 30 größten in Deutschland zählt - jedoch nur, wenn es einen Abstiegskandidaten gibt, der nach einer der Kategorien Rang 35 verfehlt.

In den Reihen des Nebenwerteindex MDax  könnte neben Tui noch ein weiteres Unternehmen neu auftauchen: "Deutz  ist vom Abstieg bedroht und Bauer  hat somit Chancen auf einen Index-Platz", sagte Platzek. Stocker rechnet dagegen eher mit einem Wechsel von Pfleiderer  und Bauer.

Einig sind sich die Experten, was den aussichtsreichsten Aufstiegskandidaten für den TecDax  angeht: Der Börsenneuling SMA  habe die besten Chancen auf einen Platz im Technologieindex, hieß es von den drei Experten übereinstimmend. Auch Manz Automation kann sich Hoffnung auf die Mitgliedschaft im TecDax machen.

Platzek zufolge ist ein Austausch von Ersol  für SMA am wahrscheinlichsten, während es nach Einschätzung von Stocker zwischen IDS Scheer  und QSC  zu einem Kopf-an-Kopf-Rennen um den Verbleib im TecDax kommt. Im Kleinwerteindex SDax  sind für Analystin Platzek vor allem IKB  und Interhyp  vom Abstieg bedroht, während VTG  und Centrotec  die besten Chancen auf einen Aufstieg haben.

manager-magazin.de mit Material von reuters

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