Finanzkrise 117 US-Banken insolvenzgefährdet

117 Banken in den Vereinigten Staaten gelten derzeit als potenzieller Pleitekandidat. Das ist der höchste Stand seit fünf Jahren. Eine ganze Reihe der Institute wird wohl auch tatsächlich bankrott gehen, sagen Experten.

Washington - Auf einer Beobachtungsliste des US-Einlagesicherungsfonds FDIC, die Institute in kritischer Lage aufführt, standen nach dem zweiten Quartal 117 Banken und damit 30 Prozent mehr als drei Monate zuvor. Die FDIC, die mit einem Fond von derzeit 45,2 Milliarden Dollar Konten in den USA absichert, erklärte am Mittwoch, sie benötige aufgrund der Belastungen durch die Kreditkrise möglicherweise mehr Geld.

Sollten noch zahlreiche Banken Pleite gehen, müsste sich die FDIC mittelfristig möglicherweise Geld vom Finanzministerium leihen, sagte Behörden-Chefin Sheila Bair dem "Wall Street Journal". Darüber hinaus erwägt die Behörde, die Abgaben der Banken an die FDIC zu erhöhen, was die Finanzausstattung der Institute belasten würde. Außerdem sollen risikofreudige Banken deutlich stärker zur Kasse gebeten werden.

Bair geht davon aus, in den nächsten Monaten noch mehr kriselnde Unternehmen in die Beobachtungsliste aufnehmen zu müssen. Von ihnen gehen statistisch gesehen 13 Prozent tatsächlich bankrott. "Wir glaube nicht, dass wir die Talsohle des Kreditzyklus erreicht haben", sagte Bair. Die Namen der betroffenen Banken gibt die US-Behörde nicht bekannt.

manager-magazin.de mit Material von reuters

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