Lehman Noch drei Interessenten

Die Investmentbank Lehman Brothers zieht einem Pressebericht zufolge drei Finanzinvestoren als mögliche Käufer für ihre Vermögensverwaltung in Betracht. Doch auch der Staatsfonds Temasek hält sich eine mögliche Beteiligung offen.

London - Lehman Brothers  habe Kohlberg Kravis Roberts (KKR) , Hellman & Friedman sowie Bain Capital darüber informiert, dass sie Chancen auf den Zuschlag hätten, berichtete die "Financial Times" am Mittwoch. Allerdings habe sich die Bank noch nicht definitiv dazu entschieden, die Sparte auch tatsächlich zu verkaufen.

Bislang habe das US-Institut, das wie seine Wettbewerber im Zuge der Finanzkrise horrende Verluste gemacht hat, nur verschiedene Optionen geprüft, um sich mit Kapital einzudecken. Dazu gehöre neben dem teilweisen oder gar kompletten Verkauf der Vermögensverwaltung auch die Trennung von den Geschäftsimmobilien, so die "FT" unter Berufung auf Kreise.

Deshalb habe Lehman Angebote eingeholt, um das Käufer-Interesse auszuloten. Blackstone  und Carlyle seien in diesem informellen Auktionsprozess ausgeschieden. Carlyles Gebot über sieben Milliarden Dollar sei als zu niedrig betrachtet worden. In den Vermögensverwaltungsbereich Lehmans fällt die Fondsgesellschaft Neuberger Berman sowie Beteiligungen an mehreren Hedgefonds. Die Bank wollte den Bericht der Zeitung gegenüber nicht kommentieren.

Temasek hält sich weitere Zukäufe offen

Der Senior Managing Director des Singapurer Staatsfonds Temasek ließ in einem Interview die Frage unbeantwortet, ob auch Temasek an Teilen von Lehman interessiert sei. "Wir nehmen es, wie es kommt, und halten uns die Möglichkeit für weitere Investitionen in der Finanzbranche offen", sagte Manish Kejriwal der Nachrichtenagentur Dow Jones.

Dafür stellte sich Kejriwal demonstrativ hinter das Management der ebenfalls angeschlagenen Wall-Street-Bank Merrill Lynch . Er habe nach wie vor großes Vertrauen in den Vorstandschef John Thain. Temasek ist der größte Anteilseigner von Merrill Lynch und hält aktuell knapp 10 Prozent der Anteile, beabsichtigt aber, das Paket auf 13 bis 14 Prozent zu erhöhen. Im Juli hatten beide Seiten vereinbart, dass Temasek diese neuen Aktien übernimmt, sobald eine Genehmigung der US-Regierung vorliegt.

Temasek verwaltet ein Vermögen von mehr als 134 Milliarden Dollar und hatte im Ende März abgelaufenen Geschäftsjahr das Nettoergebnis auf umgerechnet 12,8 Milliarden Dollar verdoppelt. Temasek gehört zu einer Gruppe von staatlichen Investoren aus Asien und dem Nahen Osten, die Milliarden an Dollar in angeschlagene westliche Banken investiert hatten, um deren durch die Subprime-Krise in die Schieflage geratenen Bilanzen aufzubessern.

manager-magazin.de mit Material von dpa-afx und dow jones

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