Renault Neues Hilfskonzept für Nissan Diesel

Der französische Autobauer schweißt sich immer enger mit dem japanischen Partner Nissan zusammen. Sowohl der Pkw-Hersteller Nissan Motor als auch dessen angeschlagene Lkw-Tochter Nissan Diesel werden stärker integriert.

Paris - In Europa bereiten Renault und Nissan die Zusammenlegung ihres Pkw-Vertriebs vor, in Japan soll das Überleben von Nissan Diesel mit einem neuen Hilfspaket gesichert werden. Das teilten beiden Unternehmen am Dienstag mit.

In Europa sollen in den Bereichen Vertrieb und Verkauf Synergieeffekte maximiert und eine gemeinsame Strategie für die Händler auf den wichtigsten europäischen Märkten entwickelt werden. Beide Unternehmen würden jedoch ihre eigenen Marken weiter verkaufen.

Mittelfristig streben Renault und Nissan nach eigenen Angaben einen Marktanteil von zusammen über 17 Prozent an. Derzeit erreiche Renault im europäischen Markt einen Anteil von 11,3 Prozent und Nissan 2,9 Prozent. Die Firmen hatten bereits im Oktober eine Neuorganisation ihrer europäischen Händlernetzwerke angekündigt.

Am Dienstag morgen hatte Nissan Motor bekannt gegeben, dass die beiden Autobauer eine Partnerschaft im Nutzfahrzeugbereich erwägen. Der französische Renault-Konzern hält eine rund 37-prozentige Beteiligung an Nissan sowie 22,5 Prozent derAnteile an deren verschuldeten Nutzfahrzeugtochter Nissan Diesel.

Die Vereinbarung, einen Restrukturierungsplan für Nissan Diesel durch die Banken prüfen zu lassen, ist als "erster Schritt zu einer stärkeren Verbindung mit Renault" zu sehen, sagte ein Sprecher des französischen Fahrzeugherstellers. Kommt es zu diesem Abkommen, so könnten Nissan Diesel und Renault VI, die Nutzfahrzeugsparte des französischen Unternehmens, in eine "spezielle Kooperation" eintreten.

Wie am Dienstag in Tokio bekannt wurde, wollen sich vor allem die japanischen Gläubigerbanken an dem Hilfskonzept für Nissan Diesel beteiligen. Die Geldhäuser werden voraussichtlich ihre Zustimmung zu einer Erweiterung der Kreditlinien um 200 Milliarden Yen (rund 3,8 Milliarden Mark) für die nächsten vier Jahre geben. Das endgültige Hilfspaket soll im Januar präsentiert werden. Außer den neuen Krediten soll zusätzlich eine direkte Finanzhilfe über 10 Milliarden Yen bereitgestellt werden. Die beteiligten Banken bereiten dafür die Ausgabe neuer Schuldtitel vor, hieß es weiter.