Monsanto/Pharmacia Wall Street reagiert vergrätzt

Der Zusammenschluß beider Pharmafirmen ist an der Wall Street mit sinkenden Kursen abgestraft worden.

New York - Die Wertpapiere des US-Unternehmens Monsanto sackten am Montag um zwölf Prozent auf 36,625 Dollar, während die Aktien des schwedisch-amerikanischen Herstellers Pharmacia & Upjohn um 6,5 Prozent auf 47,13 US-Dollar nachgaben. Damit hat die geplante Transaktion nur noch einen Wert von rund 23,3 Milliarden US-Dollar - ein Verlust von gut 27 Milliarden US-Dollar. Denn der geschätzte Marktwert bei der Fusion betrug rund 50 Milliarden US-Dollar .

Branchenkenner sehen Monsanto dem Druck aus Europa nicht gewachsen: Hier stoßen genmanipulierte Produkte auf starke Ablehnung. Die Wall Street zeigte sich außerdem enttäuscht, dass weder Monsanto noch Pharmacia&Upjohn von einer größeren Pharmafirma mit hohem Aufgeld übernommen werden. Anleger hoffen, dass es angesichts der gefallenen Aktienkurse beider Firmen noch zu Angeboten Dritter kommen könnte.

Als Problem sehen Experten die Agrarchemiesparte von Monsanto, die gentechnisch verändertes Saatgut und die darauf abgestimmten Pflanzenschutzmittel liefert. Sie ist auf Grund des starken Widerstands gegen Gensaaten-Produkte in Europa und der zunehmenden Opposition in den USA unter Druck geraten. Die fusionierte Firma will diese Sparte ausgliedern und mit einer Aktien-Erstemission zu 20 Prozent an den Markt bringen.

Monsanto gibt Übernahme von Delta & Pine Land auf

Erst im Mai hatte Monsanto beschlossen, Delta & Pine durch einen Aktientausch zu erwerben. Die Aktionäre von Delta & Pine hätten für jeden gehaltenen Anteil 0,8625 Monsanto-Stammaktien bekommen sollen. Monsanto teilte mit, dass die zusätzlichen Auflagen des US-Kartellamtes die Übernahme unmöglich machen würden.

Delta & Pine äußerte sich enttäuscht darüber, dass Monsanto selbst das Ziel der Fusion aufgegeben hat. Der Hersteller von Bauwollsamen verwies auf die Fusionsvereinbarung, nach der Monsanto eine Ausstiegsentschädigung zu zahlen habe. Delta & Pine Land verlangt nun 81 Millionen Dollar dafür, dass der Chemiekonzern das Kartellverfahren im Zusammenhang mit der geplanten Übernahme abgebrochen hat.