ARS-Kollaps Deutsche Bank kauft Anleihen zurück

Die Deutsche Bank muss im Debakel um ARS-Anleihen Papiere im Wert von einer Milliarde Dollar zurückkaufen. Darauf einigte sich das Geldhaus mit dem New Yorker Staatsanwalt. Außerdem wird eine Millionenstrafe fällig. Für Merrill Lynch und Goldman Sachs fällt der Schaden größer aus.

New York - Die New Yorker Staatsanwaltschaft hat sich mit der Deutschen Bank  auf eine Beilegung der Ermittlungen wegen umstrittener Praktiken beim Vertrieb sogenannter ARS-Anleihen geeinigt. "Wir freuen uns, dass die Angelegenheit damit zu einem guten Abschluss gekommen ist", sagte Deutsche-Bank-Sprecher Ronald Weichert gegenüber manager-magazin.de.

Wie der New Yorker Generalstaatsanwalt Andrew Cuomo am Donnerstag bei der Vorstellung einer Vereinbarung mit dem deutschen Geldinstitut und anderen Banken in New York sagte, werde das Unternehmen für eine Milliarde US-Dollar Anleihen von Anlegern zurückkaufen. Außerdem werde die Bank eine Strafe von 15 Millionen Dollar zahlen. Die vergleichsweise geringe Summe erklärt sich dadurch, dass die Deutsche Bank einer der kleineren ARS-Akteure ist.

Merrill Lynch  hingegen kauft für etwa 10 bis 12 Milliarden Dollar Anleihen zurück und zahlt eine Strafe von 125 Millionen Dollar. Die Strafe für Goldman Sachs  beläuft sich auf 22,5 Millionen Dollar, zudem will die Bank Anleihen über 1,5 Milliarden Dollar zurückkaufen. Zuvor hatten sich bereits fünf andere große US-Institute mit den Behörden auf ein Paket im Volumen von insgesamt 42 Milliarden Dollar geeinigt.

Der zuletzt 330 Milliarden Dollar schwere Markt war im Februar zusammengebrochen, weil Investmentbanken wie die UBS ihn nicht länger unterstützten.

Von den Rückkaufen profitieren zunächst nur private Anleger. Institutionelle Investoren können erst von 2010 an mit einer Rücknahme der Problempapiere rechnen. Aber auch ARS-Emittenten fühlen sich von den Großbanken getäuscht und haben erste Klagen eingereicht.

ARS sind Anleihen mit langer Laufzeit, deren Zinssatz in kurzen Abständen neu festgesetzt wird. Diese Art der Finanzierung war bis zum Ausbruch der Finanzmarktkrise vor allem bei Kommunen und öffentlich-rechtlichen Institutionen in den USA beliebt.

Die Behörden werfen den Banken vor, die ARS noch als sicher angepriesen zu haben, als sie selbst bereits von Liquiditätsproblemen auf dem ARS-Markt Kenntnis hatten. Bislang zahlen die Häuser zwar, Schuldeingeständnisse sind bislang aber ausgeblieben.

manager-magazin.de mit Material von Nachrichtenagenturen

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