ABS-Fonds Nichts wie raus hier

Als erste Fondsgesellschaft hat Frankfurt Trust einen der kriselnden ABS-Fonds wieder geöffnet. Daraufhin haben Anleger umgehend Anteile an dem Fonds verkauft, der in den Strudel der US-Kreditkrise geraten ist. Andere Anbieter lassen die Investoren weiter warten.

Frankfurt - Investoren haben die erste Öffnung eines in die Krise geratenen ABS-Fonds nach gut einem Jahr zum Ausstieg genutzt. Dabei nahmen sie einen Wertverlust von 30 Prozent in Kauf. "Wir haben von einigen größeren Adressen Verkaufsaufträge über acht bis zehn Millionen Euro erhalten", sagte ein Sprecher der Fondsgesellschaft Frankfurt Trust. Das entspreche rund zehn Prozent des Portfolios.

"Wir haben mit Rückkäufen gerechnet und dafür auch Liquidität aufgebaut, aber so viel wird es jetzt hoffentlich nicht jeden Tag sein." Der Verkaufspreis habe bei 29,03 Euro je Anteilsschein gelegen. Vor Schließung des Fonds waren es über 40 Euro gewesen.

ABS-Fonds investieren in Wertpapiere, die mit Kreditforderungen besichert sind. Wegen der Probleme am US-Markt für Hypotheken, die an zahlungsschwache Schuldner vergeben wurden, wurden diese Papiere vielen Anlegern zu riskant. Sie zogen ihre Gelder ab, die Fonds gerieten in Liquiditätsnöte und mussten teilweise geschlossen werden. Seitdem hat die Finanzkrise weitere Kreise gezogen als von vielen Experten vor einem Jahr prognostiziert.

Frankfurt Trust bleibt mit der Wiedereröffnung seines ABS-Fonds offenbar ein einsamer Vorreiter. Union Investment, HSBC Trinkaus & Burkhardt  und WestLB Mellon wollen auch nach gut einem Jahr ihre in Liquiditätsnöte geratenen ABS-Fonds geschlossen halten.

"Die Marktsituation hat sich nicht geändert, und deshalb ist es nach unserer Ansicht im Sinne aller Betroffenen, den Fonds weiter geschlossen zu halten", sagte ein Sprecher von Union Investment am Donnerstag zu Reuters. "Derzeit ist nicht absehbar, wie lange die Schließung noch wirksam bleiben muss." Sprecher von HSBC Trinkaus und WestLB Mellon äußern sich ähnlich.

Die zu den größten deutschen Fondsanbietern gehörende Union Investment kalkuliert eigenen Angaben zufolge derzeit einen Abschlag von 13 Prozent auf den letzten berechneten Preis ihres Fonds "ABS Invest" ein. Dessen Volumen sei zuletzt Ende Juli 2007 mit einem Wert von 950 Millionen Euro berechnet worden. Trotz Schließung des Fonds seien weiter Zinsen und Tilgungen an die Investoren gezahlt worden.

manager-magazin.de mit Material von reuters

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