Joop Namensgeber bezweifelt Börsenreife

Nach Ansicht des Designers Wolfgang Joop ist die Modemarke noch nicht börsenfähig. Die Mehrheit an der Joop GmbH hält aber die Wünsche AG. Und die will die Designermarke an der Börse verkaufen.

Hamburg - "Wir brauchen noch Zeit." Diese Ansicht vertrat der Wolfgang Joop im Interview mit dem "Manager Magazin" und dämpfte damit die Erwartungen von Investoren. Joop hatte die Mehrheit seines Unternehmen vor zwei Jahren an die Wünsche AG, die ebenfalls in Hamburg ansässig ist, verkauft. Der Modemacher fügte hinzu, dass, wenn man dem kleinen Mann in die Tasche greife, man ihm sichere Perspektiven bieten müsse.

Der neue Wünsche-Vorstand Peter Miebach hatte vor kurzem einen Börsengang der Joop GmbH ins Gespräch gebracht. Nach dem Ausscheiden des früheren Vorstandschefs Peter Littmann musste Wünsche für die ersten drei Quartale einen Verlust von 22 Millionen Mark bekannt geben. Offensichtlich soll dieses Minusgeschäft mit Einnahmen aus dem Verkauf der Joop GmbH an der Börse ausgeglichen werden.

Littmann wollte Wünsche zu einem Lifestyle-Konzern umbauen. "Diese Luftschlösser waren mir von vornherein viel zu groß", meinte der Designer. Joop ließ seinem Unmut freien Lauf und bezeichnete Littmann als "selbst geschnitzte Ikone", auf die der Wünsche-Aufsichtsrat hereingefallen sei.