Landeszentralbanken Streit um Bankenreform

Die Bundesbank präferiert ein zentralisiertes Modell. Dann sähen sich die Landesbanken aber ihrer Kompetenzen beraubt. Der Verwaltungsaufwand des Bargeld-Euros wird wohl über die neue Struktur der öffentlich-rechtlichen Banken entscheiden.

Hamburg - Der Bundesbank-Präsident Ernst Welteke hat deutliche Sympathie für ein Modell erkennen lassen, nach dem die Bundesbank von einem achtköpfigen Vorstand geführt wird und weisungsgebundene Beamte die regionalen Niederlassungen leiten. Damit reagiert die Bundesbank auf die geplante Organisationsreform und auf den Verlust geldpolitischer Kompetenzen zu Gunsten der Europäischen Zentralbank (EZB).

"Es gibt überhaupt keinen Zweifel daran, dass die Bundesbank ihre Struktur straffen muss", sagte der norddeutsche LZB-Chef Hans-Jürgen Krupp. Es sei aber keineswegs ausgemacht, dass ein zentralistisches Modell kostengünstiger sei als die gewünschte dezentrale Struktur der LZB-Präsidenten, die zudem den Regionen besser gerecht werde.

Die Präsidenten von sechs der neun deutschen Landeszentralbanken (LZB) haben sich in die Diskussion um die künftige Struktur der Deutschen Bundesbank eingeschaltet. Sie plädieren lautstark für ein Organisationsmodell, das sieben vollständige Landeszentralbanken in Deutschland vorsieht, die von Präsidenten geführt werden. "Das entspricht dem föderalen Aufbau der Bundesrepublik Deutschland und der wirtschaftlichen Entwicklung im Europa der Regionen", faßte Krupp die Meinung seiner Kollegen zusammen.

Bargeld-Euro wird die Entscheidung bringen

Die Entscheidung über die künftige Struktur der Bundesbank liegt näturlich weiterhin bei Bund und Ländern. Wegen der bevorstehenden Einführung des Euro rechnen Krupp und seine Kollegen nunmehr erst nach dem Jahr 2002 mit der Umsetzung der Pläne.

Die künftige Personalstärke des Notenbanksystems werde maßgeblich davon abhängen, wie stark die Dienstleistungen der Bundesbank genutzt werden, so Krupp. Zur Zeit stehen rund 15.700 Mitarbeiter in Diensten der Bundesbank. Krupp wies darauf hin, dass bereits in den vergangenen Jahren trotz der gewachsenen Aufgaben und des größeren Währungsgebietes das Personal der Notenbank durch technische Rationalisierung regelmäßig geschrumpft sei.