Handelsplattform Turquoise-Angebot steht

Mit der Unterstützung von neun Banken startet Chef Eli Lederman heute die alternative Handelsplattform Turquoise. Langfristig soll sie die Rivalen Deutsche Börse und LSE das fürchten lehren. Zum Start jedoch sind nur zehn Werte im Angebot, die Hälfte davon deutsch.

London - Die alternative Plattform Turquoise wird an diesem Freitag mit einem ersten kleinen Aktienhandelsangebot in Deutschland und Großbritannien an den Start gehen. Insgesamt werde zwischen 9.00 und 17.30 Uhr der Handel mit fünf deutschen und fünf britischen Bluechip-Werten möglich sein, sagte Unternehmenssprecher Adrian Flook.

Im Dark Pool sowie im transparenten Handel werden zunächst Allianz , Daimler  und Siemens  gehandelt werden können, Altana  und Salzgitter  dagegen ausschließlich im Dark Pool. Zudem wird es für die britischen Aktien BP, Royal Dutch Shell  und Vodafone  ein Angebot für den Handel im Dark Pool oder offen auf der Plattform geben, während IMI und National Express nur über den Dark Pool gehandelt werden können.

Dark Pools erlauben es Anbietern und Käufern großer Wertpapierpakete wie institutionellen Investoren, Hedgefonds und Investmentbanken anonym zu bleiben. Zudem werden auch die Order-Details nicht offen gelegt. Daher sind sie bislang vor allem im außerbörslichen Bereich angesiedelt.

Mit dem Teilstart soll sichergestellt werden, dass die Handelsarchitektur wie geplant funktioniert. Bereits am 20. August kommen dann die Länder Frankreich und die Niederlande mit je fünf Aktien hinzu, am 21. August Schweden, Schweiz und Finnland. So soll nach und nach der gesamte Handel samt Abwicklung in 13 Ländern mit schließlich insgesamt 1300 Aktien ermöglicht werden. Italien und Spanien werden vorerst entgegen früherer Äußerungen nicht dabei sein, da es dort noch Probleme im Abwicklungsbereich (Clearing) gebe, hieß es. Vollständig dürfte der Betrieb dann allerdings schon ab Donnerstag, 4. September laufen statt wie bislang geplant vom 5. September an.

Die von insgesamt neun großen Investmentbanken (Citigroup , Credit Suisse , Deutsche Bank , Goldman Sachs , Merrill Lynch , Morgan Stanley  und UBS  sowie BNP Paribas  und Societe Generale) ins Leben gerufene Turquoise ist nach Chi-X die nächste alternative Handelsplattform, die an den Start geht. Auch sie will den etablierten Börsen wie Deutscher Börse, London Stock Exchange (LSE ) oder NYSE Euronext  über günstigere Preise beim Aktienhandel Konkurrenz machen.

manager-magazin.de mit Material von dpa-afx

Handelsplattformen: Abseits der etablierten Dealer

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