Holzmann-Sanierung Einigung in Sicht

Nach wochenlangen Auseinandersetzungen scheint sich eine Einigung abzuzeichnen: Die Vorstände von Holzmann und IG Bau haben sich zusammengesetzt, um einen juristisch wasserdichten Sanierungsvertrag zu erarbeiten. Dabei herausgekommen sind zwei mögliche Modelle, die nun noch den Arbeitgeberverbänden vorgelegt werden sollen.

Der neue Holzmann-Vorstandsvorsitzende Konrad Hinrichs und der Chef der Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt, Klaus Wiesehügel, haben am Sonntag Verhandlungen aufgenommen. Wie beide übereinstimmend am Montag mitteilten, wurden dabei zwei Lösungsvarianten favorisiert, die durch einen Sanierungstarifvertrag rechtlich abgesichert werden könnten. Voraussetzung sei allerdings, dass auch die beiden Arbeitgeberverbände der Bauwirtschaft dem Sanierungstarifvertrag zustimmen. Hinrichs und Wiesehügel haben jedoch Stillschweigen über die Einzelheiten vereinbart, bis alle Beteiligten ihre Zustimmung signalisiert hätten.

IG Bau und Bauindustrieverband hatten in der Vergangenheit die Vereinbarung für die rund 3000 Beschäftigten des Mutterkonzerns heftig kritisiert. Die Gewerkschaft drohte Ende vergangener Woche mit einer Klage, falls der Baukonzern die "tarifwidrigen Betriebsvereinbarungen" nicht zurücknehme.

Die zwischen Holzmann und dem Betriebsrat getroffene Vereinbarung sieht einen Verzicht der Beschäftigten der Muttergesellschaft von bis zu sechs Prozent ihres Bruttojahresgehaltes und Mehrarbeit von bis zu vier Stunden wöchentlich vor. Damit sollen 85 Millionen Mark gespart werden. Insgesamt sollen die etwa 17.000 Beschäftigten des Konzerns im Inland einen Sanierungsbeitrag von 245 Millionen Mark erbringen.