RWE Gewinneinbruch trotz hoher Preise

Im ersten Halbjahr ist der Gewinn von RWE um mehr als die Hälfte eingebrochen. Dennoch hält der Chef des Energieversorgers, Jürgen Großmann, an seiner Ergebnisprognose für das Gesamtjahr fest: Mindestens das Vorjahresniveau will er halten.

Düsseldorf - Der Essener Energiekonzern RWE  hält trotz eines Gewinnrückgangs im ersten Halbjahr an seiner Prognose für 2008 fest. Das in den ersten sechs Monaten um acht Prozent auf 3,9 Milliarden Euro gesunkene betriebliche Ergebnis solle im Gesamtjahr mindestens das Vorjahresniveau erreichen, bekräftigte der Konzern in seinem Quartalsbericht.

Das für die Dividende entscheidende nachhaltige Nettoergebnis solle um mehr als zehn Prozent zulegen. Die Voraussetzungen für ein erfolgreiches Geschäftsjahr seien unverändert gut, betonte Konzernchef Jürgen Großmann.

Analysten hatten mit einem Rückgang des betrieblichen Ergebnisses im ersten Halbjahr auf 3,9 Milliarden Euro gerechnet. Ausschlaggebend hierfür war ein Einbruch des Geschäfts der Handelssparte für Strom und Gas. Dieses habe zum einen im Vorjahreszeitraum außergewöhnlich gut abgeschnitten, teilte RWE mit. Zum anderen könne ein Großteil der Einnahmen erst in der zweiten Jahreshälfte verbucht werden, wenn die gehandelten Strom- und Gasmengen auch an die Kunden geliefert würden.

Umsatz besser als erwartet

Der Nettogewinn brach von Januar bis Juni um 56 Prozent auf 1,15 Milliarden Euro ein und damit stärker als erwartet. Mehrere Analysten hatten 1,5 Milliarden Euro vorausgesagt. Mit einem um 13 Prozent höheren Umsatz von 24,7 Milliarden Euro übertraf RWE aber die Erwartungen.

RWE-Chef Großmann hatte seit seinem Amtsantritt im Oktober mehrere Rückschläge hinnehmen müssen. Einschnitte durch die staatliche Regulierung sowie der verpatzte Börsengang der US-Wassertochter American Water hatten dem Konzern bereits im ersten Quartal das Ergebnis verhagelt. Bei dem ersten Börsengang von Anteilen des US-Wasserversorgers hatte RWE nicht den erhofften Preis erzielt, wodurch der Konzern bei der im nicht fortgeführten Geschäft eingeordneten Tochter einen Verlust von 634 Millionen Euro verbucht hatte.

manager-magazin.de mit Material von reuters

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