Halbjahreszahlen Tui lächelt rot

Tui macht Minus, überrascht in seinem Quartalsbericht aber mit geringeren Verlusten als Marktteilnehmer erwartet hatten. Während das Fluggeschäft auf dem Ergebnis lastet, glänzt die zum Verkauf stehende Schiffahrtssparte Hapag-Lloyd. Der Vorstand wagt nach wie vor keine Prognose für das Gesamtjahr.

Hannover - Der Reise- und Schifffahrtskonzern Tui  ist im zweiten Quartal dank der besser laufenden Containerschifffahrt weniger stark in die roten Zahlen gerutscht als erwartet. Wegen des geplanten Verkaufs von Hapag-Lloyd wagt der Vorstand weiterhin keine Ergebnisprognose für das Gesamtjahr, wie das Dax-Unternehmen am Donnerstag mitteilte.

Im zweiten Quartal legte Tui zwar vor Sondereffekten operativ zu und so soll es laut Mitteilung auch im Gesamtjahr weitergehen. Nach Minderheitsanteilen Dritter verzeichnete Tui jedoch einen Verlust von 55,6 Millionen Euro nach einem Gewinn von 58,9 Millionen Euro ein Jahr zuvor. Analysten hatten im Schnitt mit einem Minus von 82,4 Millionen Euro gerechnet.

Für den operativen Gewinn der beiden Sparten hielt der Tui-Vorstand an seinen Prognosen fest. Sowohl die Touristik als auch die Containerschifffahrt sollen ihr um Sondereffekte bereinigtes Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Firmenwert-Abschreibungen (Ebita) deutlich steigern. Ergebnistreiber in der Touristik seien die zu erwartenden Synergien aus dem Zusammenschluss von Tui und First Choice Holidays. In der Containerschifffahrt soll das Ergebnis ebenfalls wachsen. Hier lägen die Risiken weiterhin in den Auswirkungen der Finanzmarktkrise auf die Entwicklung des Welthandels.

Die Trennung von der Containerreederei Hapag-Lloyd verläuft den Angaben zufolge planmäßig. Nach Eingang der unverbindlichen Angebote habe der Vorstand inzwischen die Bieter für eine zweite Runde ausgewählt. Nun nähmen die Interessenten Einblick in die Bücher (Due Diligence). Mit dem Abschluss des Bieterverfahrens rechnet Tui frühestens im Herbst dieses Jahres.

Erstmals First Choice Holidays berücksichtigt

Im zweiten Quartal weitete Tui sowohl Umsatz als auch Verlust vor allem wegen Sondereffekten in der Touristik aus. Der Umsatz stieg auf Konzernebene einschließlich Hapag-Lloyd um 20,3 Prozent auf 6,25 Milliarden Euro und traf damit die Erwartungen der Analysten. Auf Ebita-Ebene rutschte der Konzern in die roten Zahlen und verzeichnete einen Verlust von 42 Millionen Euro nach 3 Millionen Euro Gewinn ein Jahr zuvor. Analysten hatten allerdings mit einem noch dickeren Minus von 51,7 Millionen gerechnet. Bereinigt um Sondereffekte legte das Ebita von 35 auf 216 Millionen Euro zu.

In der Touristik wirkten sich Flugzeuggeschäfte und die erstmalige Einbeziehung der früheren First Choice Holidays bei der Umsatz- und Ergebnisentwicklung aus. So wuchs der Umsatz der gesamten Sparte um 28,3 Prozent auf 4,722 Milliarden Euro, wozu die Tochter Tui Travel, an der Tui 51 Prozent der Stimmrechte hält, den Löwenanteil von 4,575 Milliarden Euro beitrug. Wegen Belastungen infolge der Neuausrichtung des Fluggeschäfts und eines Sale-and-Lease-back-Geschäfts für 19 Flugzeuge musste das Unternehmen allerdings Belastungen von 158 Millionen Euro verbuchen.

Touristik rutscht ins Minus

Die Tui-Touristik rutschte operativ in die roten Zahlen und wies einen Ebita-Verlust von 146 Millionen Euro aus. Im Vorjahr waren 11 Millionen Euro Gewinn erzielt worden. Das bereinigte Ergebnis der Tui-Touristik fiel hingegen positiv aus und verdoppelte sich nahezu von 45 auf 86 Millionen Euro.

In der Containerschifffahrt verzeichnete Tui ein Umsatzplus von 2,6 Prozent auf 1,51 Milliarden Euro. Der operative Gewinn (EBITA) sprang von 13 auf 89 Millionen Euro. Bereinigt um Sondereffekte stieg er sogar von 5 auf 115 Millionen Euro. Dabei profitierte Hapag-Lloyd von steigenden Durchschnittserlösen. Die durchschnittlichen Frachtraten hätten in allen Regionen außer Australasien gesteigert werden können, hieß es. Das Plus habe 16,2 Prozent betragen./stw/tw

manager-magazin.de mit Material von dpa-afx

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