MLP Swiss Life erwirbt Sperrminorität

Swiss Life steigt bei MLP ein und kauft ein Aktienpaket aus dem Besitz von AWD-Chef Carsten Maschmeyer. Damit verfügt der Schweizer Versicherungskonzern nun über eine Sperrminorität bei MLP. Im Gegenzug beteiligt sich Maschmeyer an Swiss Life.

Frankfurt am Main - Der Versicherer Swiss Life  hat sich eine Sperrminorität bei dem Finanzdienstleister MLP  gesichert. Der Chef der deutschen Swiss-Life-Tochter AWD , Carsten Maschmeyer, verkaufe bis Ende 2008 an Swiss Life seine restliche AWD-Beteiligung von 10,46 Prozent sowie seine MLP-Beteiligung von 26,74 Prozent, teilte AWD am Donnerstag mit.

Im Gegenzug beteilige sich Maschmeyer an Swiss Life und werde dort größter privater Aktionär. Swiss Life erklärte, ohne Einvernehmen mit MLP seine Beteiligung nicht weiter ausbauen zu wollen. AWD soll im Laufe des nächsten Jahres von der Börse genommen werden.

Ziel des AWD-Chefs ist es laut Beobachtern, die beiden Finanzdienstleister unter dem Dach der AWD-Mutter Swiss Life zusammenzuführen. Dabei solle MLP offensichtlich auch nach einer Übernahme als separates Unternehmen mit eigener Marke erhalten bleiben. MLP hatte am Mittwoch bestätigt, dass Swiss Life Kontakt zu dem Unternehmen aufgenommen habe. Am späten Mittag habe es ein erstes Gespräch der Schweizer mit MLP-Chef Uwe Schroeder-Wildberg gegeben, hatte ein MLP-Sprecher gesagt. Zum Inhalt wollte er sich nicht äußern.

Unmittelbar vor der Kontaktaufnahme hatte Schroeder-Wildberg einer möglichen Übernahme durch Swiss Life oder AWD aber bereits eine klare Absage erteilt. Auf der Telefonkonferenz zu den Halbjahreszahlen seines Unternehmens kündigte er an, sich gegen eine feindliche Offerte mit allen Mitteln wehren zu wollen. Zuvor hatte es in Kreisen geheißen, dass AWD erneut an einer Übernahme des bisher unabhängigen Finanzvertriebs interessiert sei.

MLP sei auf ein mögliches feindliches Gebot des Konkurrenten AWD oder dessen Mutter Swiss Life "professionell" vorbereitet, sagte Schroeder-Wildberg. Dabei habe der Vorstand auch die Rückendeckung des Aufsichtsrats sowie des Großaktionärs Manfred Lautenschläger.

Dieser hält zusammen mit seiner Familie rund 32 Prozent an MLP und hatte bei früheren Übernahmespekulationen mehrfach erklärt, nicht verkaufen zu wollen. Medienberichten zufolge hatte Maschmeyer MLP schon vor gut einem Jahr übernehmen wollen. Die Verhandlungen seien damals jedoch gescheitert.

AWD war im März von Swiss Life übernommen worden. Der Schweizer Versicherer kaufte für knapp eine Milliarde Euro 86 Prozent an AWD. Allein 232 Millionen Euro gingen an AWD-Gründer Maschmeyer und seine Söhne, die zusammen 20 Prozent der AWD-Papiere an die Schweizer verkauften. Maschmeyer blieb aber mit 10,5 Prozent an AWD beteiligt.

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