Kreditkrise Obama plant rigide Finanzmarktregeln

Barack Obama fordert strenge Kontrollen der Finanzmärkte, damit sich ein Desaster wie die Kreditkrise nicht wiederholt. Sein Wirtschaftsberater erklärte nun, warum das die Innovationsfreude stärker befeuern soll als das bisherige "Wild-West-Milieu".

Washington - Der demokratische Präsidentschaftskandidat Barack Obama plant strengere Handelsgesetze für die US-Börsen, um das Vertrauen der Anleger zu stärken. Nach der Finanzkrise müsse es ein Ziel sein, eine reibungslosere Arbeitsweise der Handelsplätze zu erreichen, sagte Austan Goolsbee, ein hochrangiger Wirtschaftsberater Obamas, in einem Interview mit Reuters.

Goolsbee wies zudem Befürchtungen zurück, strengere Vorgaben drohten ausländische Investoren abzuschrecken und Innovationen zu blockieren. "Im Gegenteil, der Innovationsfreude schadet ein totales Wild-West-Milieu", sagte der Volkswirtschaftler von der Universität Chicago. Es lasse sich ein angemessener Mittelweg finden und ein kluges Vorgehen werde die Märkte fördern. "Wir haben es immer wieder erlebt: Wenn das Vertrauen der Menschen einmal verloren gegangen ist, ist es enorm schwer, es wiederherzustellen."

Die Finanzkrise hat in den USA eine Diskussion über härtere Vorgaben und mächtigere Aufsichtsbehörden ausgelöst. US-Finanzminister Henry Paulson hat zuletzt ein Reformpaket vorgelegt, das die Rolle der US-Zentralbank ausweiten würde.

Goolsbee kritisierte große Teile des Paulson-Plans als anachronistisch. Investmentbanken müssten dauerhaft strenger überwacht werden, sagte er. Dies sei die Lehre aus dem drohenden Zusammenbruch von Bear Sterns. "Sie wurden nicht genug überwacht, um die Steuerzahler davor zu bewahren, dass diese Institute mit dem Geld der amerikanischen Bürger übertriebene Risiken eingehen."

Die Fed hat Bear Stearns im März in einem beispiellosen Schritt aus der Patsche geholfen, nachdem sich die Investmentbank mit riskanten Kreditprodukten verspekuliert hatte.

manager-magazin.de mit material von reuters