Pfleiderer Zurückhaltung am Bau

Das erste Halbjahr ist für den Holzverarbeiter unbefriedigend verlaufen. Entsprechend zurückhaltend fällt die Umsatzprognose für das Gesamtjahr aus. Auch Stellenstreichungen kündigt Pfleiderer an - allerdings nicht in Deutschland.

Neumarkt in der Oberpfalz - Pfleiderer  hat nach einem eher schwachen ersten Halbjahr 2008 seine Umsatzprognose für das Gesamtjahr gekappt. Nun erwarte Pfleiderer einen Umsatz zwischen 1,8 und 1,9 Milliarden Euro, teilte die im MDax  notierte Gesellschaft mit. Zuvor war Pfleiderer von Erlösen in Höhe von zwei Milliarden Euro ausgegangen.

Die Ergebnisprognose für 2008 hatte das Unternehmen bereits in der vergangenen Woche zurückgenommen. Ursprünglich hatte das Unternehmen ein Jahresergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) von rund 300 Millionen Euro angepeilt. Nun kündigte Pfleiderer an, das Ebitda des vergangenen Jahres in Höhe von 249 Millionen Euro lediglich zu übertreffen.

Als Grund für die vorsichtigere Prognose nannte Vorstandsvorsitzender Hans Overdiek die schwierigen konjunkturellen Rahmenbedingungen und Währungsbelastungen wegen des im ersten Halbjahr schwachen US-Dollar. Für das zweite Halbjahr gebe es nur noch eingeschränkt Chancen, die Kostensteigerungen bei den Rohstoffen durch Preissteigerungen an die Kunden weiterzugeben.

Werksschließung in Kanada belastet die Bilanz

Auch die Schließung des Werks im kanadischen La Baie belastete die Bilanz mit fast zehn Millionen Euro. Die Produktion für Nordamerika hat Pfleiderer nun im US-amerikanischen Moncure in North Carolina konzentriert.

Während Pfleiderer im ersten Halbjahr den Umsatz von 886 auf knapp 917 Millionen Euro steigerte, sank das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) von fast 71 auf 55 Millionen Euro. Wegen des intensiven Wettbewerbs in Polen kündigte das Unternehmen an, dort in verschiedenen Bereichen die Kosten senken zu wollen. Davon werden auch die Mitarbeiter betroffen sein. "Wir werden das Personal in Polen um 70 bis 100 Mitarbeiter reduzieren", sagte Overdiek der Nachrichtenagentur dpa-afx. Insgesamt sollen in Polen 22 Millionen Euro eingespart werden.

manager-magazin.de mit Material von dpa-afx