Stada Aktienkurs bricht ein

Der Aktienkurs von Stada Arzneimittel ist am Montag nach der überraschenden Vorlage von Halbjahreszahlen drastisch eingebrochen und um mehr als 27 Prozent gefallen. Der Konzern hat die Umsatz- und Gewinnprognose für das Gesamtjahr reduziert. Ein Aktienhändler sprach von einem "miesen Ausblick".

Frankfurt am Main - Der Arzneimittelhersteller rechnet für das zweite Halbjahr mit einer "gedämpften Wachstumsdynamik". Aus heutiger Sicht sei offen, ob ein zweistelliges Umsatzplus erreicht werden könne, teilte Stada  am Montag in Bad Vilbel mit.

Der Konzerngewinn werde zwar den Vorjahresgewinn von 105,1 Millionen Euro prozentual erneut deutlich zweistellig übertreffen, der um Sondereffekte bereinigte Gewinn werde das Vorjahresniveau von 146,8 Millionen Euro allerdings nicht erreichen, hieß es. Stada kündigte an, mit operativen Maßnahmen gegenzusteuern, wozu die Neuausrichtung des Vertriebs zählt. Zudem wolle der Hersteller von Nachahmerprodukten (Generika) über Zukäufe wachsen.

Im ersten Halbjahr legte der Umsatz um 12 Prozent auf 822,8 Millionen Euro zu. Der Überschuss stieg vor Sonderposten um 14 Prozent auf 67,2 Millionen Euro. Beim Konzerngewinn verbesserte sich Stada um 11 Prozent auf 64,7 Millionen Euro.

Bis zum Nachmittag stürzte der Kurs bei Rekordumsätzen von mehr als 4,6 Millionen Aktien um rund 22 Prozent und fiel zwischenzeitlich sogar bis auf den tiefsten Stand seit Oktober 2006. Im MDax  schmolzen die Gewinne dahin, der Index sank um 0,6 Prozent auf 8206 Zähler.

"Die Kursreaktion zeigt die Nervosität der Marktteilnehmer - ein Minus von über 20 Prozent ist nach einer solchen Meldung wirklich nicht gerechtfertigt", sagte ein Händler. "Sobald man aber momentan ein Haar in der Suppe findet, wird draufgehauen".

"Die Zahlen für das Quartal liegen im Rahmen meiner Erwartungen", sagte HSBC-Analyst Christian Packebusch. Allerdings sei der Ausgblick enttäuschend ausgefallen. Für den Nettogewinn lägen die Konsensschätzungen für das Gesamtjahr bei 168 Millionen Euro, nun stelle Stada einen Betrag in Aussicht, der 17 bis 20 Prozent darunter liege. "Deswegen bricht der Kurs jetzt so stark ein", sagte Packebusch.

Ein anderer Analyst sagte: "Der Ausblick ist wirklich nicht positiv." Zudem lasse das Unternehmen bislang eine Erklärung für die enttäuschenden Zahlen vermissen.

manager-magazin.de mit Material von dpa-afx und reuters

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