Hannover Rück Aktie verliert bis zu 20 Prozent

Der weltweit viertgrößte Rückversicherer Hannover Rück hat seine Gewinnziele für das laufende Jahr in Frage gestellt. Die Aktie bricht am Freitag in der Spitze um 20 Prozent ein.

Frankfurt am Main - "Die Prognose stand unter Vorbehalt sich beruhigender Kapitalmärkte", sagte ein Sprecher der Hannover Rück  am Freitag. "Die Beruhigung hat sich bislang nicht eingestellt." Daher könne es schwierig werden die angepeilten Ziele eines Überschusses von fünf Euro je Aktie und einer Eigenkapitalrendite von über 15 Prozent zu erreichen.

Anleger reagierten schockiert. Die Aktie brach in der Spitze um 20 Prozent auf 25,83 Euro ein. Gut möglich, dass die Investoren die Nachricht als versteckte Gewinnwarnung interpretierten und deshalb so heftig reagierten. Schließlich hatte der Mitbewerber Münchener Rück, der weitweit zweitgrößte Rückversicherer, eine Gewinnwarnung ausgesprochen.

"Die Ankündigung von Hannover Rück war zu erwarten, die Kapitalmärkte sind nach wie vor schwach", sagte gleichwohl NordLB-Branchenexperte Constantin Rohrbach. "Die Hannover Rück ist aber besser dran als die Münchener Rück, weil sie von ihren Kapitalanlagen konservativer aufgestellt ist."

Hannover Rück  hatte bereits im Frühjahr einen rückläufigen Gewinn in Aussicht gestellt. Der verschärfte Wettbewerb und die weltweiten Börsenturbulenzen bremsen den Konzern. 2007 hatte der Rückversicherer den Gewinn um knapp die Hälfte auf die Bestmarke von 734 Millionen Euro gesteigert. Der für 2008 in Aussicht gestellte Rückgang um ein Fünftel auf rund 600 Millionen Euro hänge auch damit zusammen, dass Sondereffekte wie der Ertrag aus der Steuerreform wegfielen, hatte Vorstandschef Wilhelm Zeller erklärt.

Die Gewinnziele für 2008 hatte das Unternehmen stets unter den Vorbehalt der Entwicklung der Kapitalmärkte gestellt, wo Hannover Rück die Beitragseinnahmen anlegt und unter die Prämisse, dass der Konzern von Großschäden etwa durch Naturkatastrophen verschont bleibt.

manager-magazin.de mit Material von reuters

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