Gewinnwarnung Münchener Rück stürzt ab

Die Turbulenzen an den Börsen haben die Münchener Rück voll erfasst. Der zweitgrößte Rückversicherer der Welt senkt überraschend seine Gewinnprognose für 2008. Die Aktie bricht zweistellig ein.

München - Die Münchener Rück  rechnet im laufenden Jahr nur noch mit einem Gewinn von "deutlich" mehr als zwei Milliarden Euro, bisher waren 3,0 bis 3,4 Milliarden angepeilt worden. 2007 hatte die Münchener Rück - begünstigt von Sondereffekten - noch einen Rekordgewinn von 3,9 Milliarden Euro eingefahren.

Im zweiten Quartal fiel der Überschuss den vorläufigen Zahlen zufolge auf rund 600 Millionen Euro(Vorjahr 1,16 Milliarden Euro), im ersten Halbjahr waren es rund 1,4 (2,1) Milliarden Euro. "Maßgeblicher Grund hierfür sind die Turbulenzen an den Kapitalmärkten, die im ersten Halbjahr 2008 zu einem spürbaren Rückgang des Kapitalanlageergebnisses geführt haben", hieß es in einer Mitteilung.

Die Münchener Rück ist mit Kapitalanlagen von rund 166 Milliarden Euro einer der größten Investoren der Welt. Knapp 7 Prozent liegen in Aktien, die in erster Linie betroffen sind. So hat der deutsche Leitindex Dax  von Januar bis Ende Juni knapp ein Viertel an Wert verloren. Im Aktienportfolio der Münchener Rück sei es daher zu erheblichen Abschreibungen gekommen. Geringere Wertkorrekturen musste das Unternehmen bei festverzinslichen Wertpapieren vornehmen, die traditionell den Anlageschwerpunkt bilden.

Weitere Abschreibungen nicht auszuschließen

Weitere Abschreibungen auf Aktien schlossen die Münchener nicht aus. "Dies gilt nicht, wenn es zu der von einigen Marktteilnehmern erwarteten signifikanten Kurserholung kommen sollte." Bislang war die Münchener Rück von der US-Hypothekenkrise und ihren heftigen Nachwehen an den Börsen kaum betroffen. Es wurden bis Ende März nur Abschreibungen von 171 Millionen Euro fällig. Auch die Erstversicherungstochter Ergo nahm am Freitag ihre Prognose zurück.

manager-magazin.de mit Material von reuters

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