Banken Credit Suisse macht wieder Gewinn

Der Schweizer Bankkonzern Credit Suisse ist im zweiten Quartal wieder in die Gewinnzone zurückgekehrt und übertrifft die Erwartungen der Märkte deutlich. Beobachter sprechen von einem "sensationellen" Ergebnis. Im Vergleich zum Vorjahr fällt der Gewinn aber noch 62 Prozent niedriger aus. Konzernchef Brady Dougan bremst die Erwartungen.

Zürich - Credit Suisse  hat mit dem ersten Abschluss einer europäischen Großbank für das zweite Quartal den Konkurrenten eine hohe Messlatte vorgelegt. Die zweitgrößte Bank des Landes profitierte von einem deutlichen Abbau der Risikopositionen und der Wertminderungen in Zusammenhang mit der Kreditkrise und wies nach Angaben vom Donnerstag einen Reingewinn von 1,22 Milliarden Franken (745 Millionen Euro) aus.

Dies ist zwar deutlich weniger als in dem guten Vorjahresquartal, aber eine markante Verbesserung im Vergleich zu dem von Wertberichtigungen geprägten Vorquartalsverlust von 2,15 Milliarden Franken. Die Wertminderungen betrugen im zweiten Quartal netto lediglich noch 22 Millionen Franken.

Die über den Erwartungen liegende Neugeldzufluss im Wealth Management von 15,4 Milliarden Franken deutet zudem darauf hin, dass Mittel von dem von der Kreditkrise viel stärker betroffenen Erzkonkurrenten UBS zu Credit Suisse geflossen sind. Finanzchef Renato Fassbind sagte auf einer Telefonkonferenz, dass im Schweizer Wealth Management netto rund 3,5 Milliarden Franken zugeflossen seien. Dazu kämen rund zwei Milliarden von Firmenkunden und kleineren Privatkunden.

"Die starken Neugeldzuflüsse im Private Banking und die wachsende Anzahl von Kundenbeziehung in anderen Geschäftsbereichen zeigen das große Vertrauen, das Kunden der Credit Suisse entgegenbringen", sagte Vorstandschef Brady Dougan.

"Das Ergebnis ist schlicht sensationell"

Zur Jahresmitte verwaltete Credit Suisse Vermögen von 1412 Milliarden Franken. Der Rückgang von 13,3 Prozent innerhalb eines Jahres war vor allem auf ungünstige Fremdwährungseinflüsse und negative Marktbewegungen zurückzuführen.

"Das Ergebnis ist schlicht sensationell", sagte ein Händler. "Es wurden alle Erwartungen weit übertroffen. Es gibt kaum Abschreibungen im Investmentbanking. CS liegt gegenüber der UBS klar in Führung."

Credit Suisse dämpfte mit einem vorsichtigen Ausblick aber allzu optimistische Erwartungen. "Das Marktumfeld dürfte sich kurz- bis mittelfristig nicht verbessern", erklärte Dougan. Finanzchef Fassbind ergänzte, dass die Kreditklemme noch nicht zu Ende sei. Analysten hatten im Durchschnitt mit einem Quartalsgewinn von 526 Millionen Franken und einem Neugeldzufluss im Wealth Management von sieben Milliarden Franken gerechnet.

manager-magazin.de mit Material von reuters

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