Gewinnplus Amazon diversifiziert und profitiert

Der weltgrößte Onlinehändler Amazon hat seinen Gewinn im zweiten Quartal mehr als verdoppelt. Dazu trägt ein Spartenverkauf bei. Doch auch die Umsätze sind besser als erwartet, denn Amazon erzielt einen Großteil seiner Erlöse schon längst nicht mehr mit Büchern.

San Francisco - Das Internetkaufhaus erwirtschaftete von April bis Juni einen Gewinn von 158 Millionen Dollar oder 37 Cent je Aktie, wie das US-Unternehmen am Mittwoch nach Börsenschluss mitteilte. Damit übertraf der Konzern die Erwartungen der Analysten deutlich. Händler hatten nur mit 26 Cent pro Anteilsschein gerechnet.

Amazon  profitierte im Berichtszeitraum von einem außerordentlichen Gewinn von 53 Millionen Dollar aus dem Verkauf seines DVD-Verleihgeschäfts in Europa. "Wenn man den Sonderposten herausrechnet, liegen die Zahlen etwa im Rahmen der Erwartungen", sagte Analyst Dan Geiman von McAdams Wright Ragen. Die Amazon-Aktie sprang nachbörslich zunächst in die Höhe, drehte dann aber ins Minus.

Der Umsatz wuchs von April bis Juni um 41 Prozent auf 4,06 Milliarden Dollar und lag damit ebenfalls über den Erwartungen. Amazon ist schon längst mehr als ein Onlinebuchhändler. Der Umsatz von Elektronik und anderen Waren des immer breiteren Sortiments legten noch stärker um 58 Prozent zu und machen inzwischen bereits knapp 38 Prozent des Konzernumsatzes aus.

Amazon erzielt mittlerweile fast die Hälfte seiner Umsätze im Ausland mit Deutschland als einem der weltweit wichtigsten Märkte. Auch in den USA legte Amazon beim Umsatz um gut ein Drittel zu und widerlegte damit Befürchtungen, besonders unter der lahmenden Konjunktur in den Vereinigten Staaten zu leiden.

Der Konzern mit Sitz in Seattle hatte als Reaktion auf den Konjunkturabschwung in den USA seine Preise gesenkt, um mehr Käufer anzulocken. Für das dritte Quartal rechnet der Internet-Einzelhändler mit einem Umsatz von 4,2 bis 4,43 Milliarden Dollar und erfüllt damit die durchschnittlichen Prognosen der Analysten.

Für das Gesamtjahr erwartet der Konzern nun ein etwas stärkeres Umsatzwachstum auf bis zu 20,1 Milliarden Dollar. Zuvor hatte Amazon 19,1 bis 20 Milliarden Dollar in Aussicht gestellt. Das operative Ergebnis soll den Unternehmensplänen zufolge um maximal 40 Prozent auf 920 Millionen Dollar steigen. Bei seinem letzten Ausblick hatte Amazon noch bis zu 940 Millionen Dollar angepeilt.

manager-magazin.de mit Material von reuters und dpa

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