Finanzkrise Bush hilft Fannie und Freddie

US-Präsident George Bush segnet das 25-Milliarden-Dollar-Rettungspaket für den abgestürzten US-Immobilienmarkt ab. Die Hypothekenfinanzierer Fannie Mae und Freddie Mac haben es nun leichter, sich frisches Kapital zu besorgen. Ihre Aktien legen deutlich zu.

Washington - Das Nothilfepaket der US-Regierung für die Hypothekenfinanzierer Fannie Mae und Freddie Mac  steht. Präsident Bush werde trotz seines Widerstands gegen Teile des Maßnahmenbündels nicht wie gedroht von seinem Vetorecht Gebrauch machen und die Gesetze unterzeichnen, erklärte eine Sprecherin des US-Präsidialamtes am Mittwoch. "Ich denke, wir haben keine Zeit für einen anhaltenden Vetostreit", sagte die Sprecherin.

Die Aktien der beiden Konzerne legten an der Wall Street um fast 20 Prozent zu, da die noch ausstehende Zustimmung des US-Repräsentantenhauses als sicher gilt.

Das Rettungspaket macht es den beiden Immobilienfinanzierern mit staatlicher Unterstützung deutlich leichter, sich am Kapitalmarkt Geld zu beschaffen. Haushaltsexperten des US-Kongresses schätzen, dass die Gesetze die Regierung bis zu 25 Milliarden Dollar kosten könnten.

Fannie Mae und Freddie Mac stehen direkt oder indirekt für einen riesigen Teil der Hypotheken in den USA gerade. Der Gesetzesvorschlag sieht unter anderem vor, dass die US-Regierung die staatsnahen Hypothekenfinanzierer im Notfall unterstützen und refinanzierte Hypotheken im Volumen von 300 Milliarden Dollar versichern darf. Auch soll die Aufsicht über diese beiden Giganten verbessert werden.

Vor Ankündigung des Paketes vor gut einer Woche hatten die Finanzmärkte heftig über eine drohende Pleite der Konzerne spekuliert. Regierung und Notenbank mussten deshalb einspringen, da eine Zahlungsunfähigkeit einen völligen Kollaps des US-Immobilienmarktes mit unabsehbaren Folgen für die Weltwirtschaft bedeuten könnte.

US-Finanzminister Henry Paulson ist mit dem Kompromiss der US-Kongresspolitiker über das Gesetzespaket zur Immobilienkrise zufrieden. "Ich bin, wie Sie sich denken können, sehr erfreut über die Einigung zwischen dem Repräsentantenhaus und dem Senat über die Reform der halbstaatlichen Hypothekenfinanzierer", sagte Paulson am Mittwoch.

Das Gesetz sei wichtig für die Kapitalmärkte und werde das Vertrauen in Fannie Mae und Freddie Mac wieder herstellen. Daher sei es ihm auch leicht gefallen, US-Präsident George W. Bush zu empfehlen, das Gesetz zu unterschreiben.

manager-magazin.de mit Material von reuters und dow jones

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