Märkte Banken schieben Dax über 6500 Punkte

In der Finanzbranche wächst die Hoffnung auf ein Ende der Krise. Deutsche Bank, Commerzbank und Co. sind die Gewinner des Tages und reißen den Dax klar ins Plus. Gänzlich unbeeindruckt von der schlechten Stimmung in der Automobilbranche zeigen sich die Investoren von Volkswagen - die Aktie startet durch.

Frankfurt am Main - Positiv aufgenommene Unternehmensberichte und ein weiter rückläufiger Ölpreis haben dem deutschen Aktienmarkt am Mittwoch spürbar Auftrieb gegeben. Vor allem die Finanztitel stützten die Aufwärtsbewegung im Dax , der mit plus 1,45 Prozent auf 6536 Punkte aus dem Handel ging.

Rund eine Stunde vor Handelsschluss hatte der Leitindex bei 6562 Punkten sein Tageshoch erreichte. Der MDax  gewann 1,09 Prozent auf 8566 Zähler. Der TecDax  legte um 2,21 Prozent auf 746 Punkte zu.

"Zahlreiche US-Quartalsberichte sind positiv ausgefallen. Außerdem sinkt der Ölpreis weiter. Das hat dem deutschen Aktienmarkt Gewinne beschert", sagte Händler Stefan Söllner von der Postbank . Einen weiteren Rückgang beim Ölpreis auf 110 Dollar je Barrel WTI-Öl hält er inzwischen durchaus für möglich.

Allerdings hat sich die Aktivität der US-Wirtschaft nach Einschätzung der US-Notenbank im Vergleich zum vorangegangenen Bericht von Mitte Juni abgeschwächt. Berichte aus zwölf Distrikten zeigten, dass sich die wirtschaftliche Aktivität seit der letzten Veröffentlichung etwas abgeschwächt habe, heißt es in dem von der US-Notenbank am Mittwoch in Washington vorgelegten Konjunkturbericht ("Beige Book"). Gründe seien eine Abschwächung des Konsums, höhere Preise, eine gebremste Aktivität in der Industrie und die anhaltende Schwäche am US-Häusermarkt.

Kräftige Gewinne bei den deutschen Bankenwerten waren laut Händlern der Hauptgrund für das Plus im Dax. Erholungsbewegungen, Maßnahmen von Branchenkollegen zur Schadensbegrenzung aufgrund der Finanzkrise und ein Analystenkommentar von JPMorgan über ein allmählich absehbares Ende der Krise ließen die Finanztitel steigen: Die Aktien der Deutschen Bank  legten an der Dax-Spitze um 6,32 Prozent auf 60,40 Euro zu, die der Commerzbank  gewannen 6,26 Prozent auf 22,40 Euro.

Volkswagen trotzt der Autokrise

Volkswagen trotzt der Autokrise

Die Aktien von Volkswagen  legten beflügelt vom Quartalsbericht des Autobauers an der Dax-Spitze um 6,90 Prozent auf 209,55 Euro zu. Trotz sich eintrübender Bedingungen auf den Automärkten im ersten Halbjahr setzte VW seinen Wachstumskurs fort. Zudem übertraf der Konzern beim Gewinn die Marktprognose deutlich. Im zweiten Halbjahr rechnen die Wolfsburger zudem mit einem stärkeren Absatzplus als in den ersten sechs Monaten 2008.

Die Continental-Titel  gaben wenige Minuten vor Handelsschluss nochmals bis auf 72,33 Euro nach und schlossen dann mit minus 0,58 Prozent auf 72,57 Euro. Der Aufsichtsrat des Autozulieferers wies am Abend kurz nach Börsenschluss das Übernahmeangebot der Schaeffler-Gruppe zurück, da der gebotene Preis nicht angemessen sei.

Die Pharma- und Spezialchemiegruppe Merck KGaA  hat im zweiten Quartal zwar von der Nachfrage nach den wichtigsten Medikamenten und der Entwicklung bei den Flüssigkristallen profitiert, der starke Euro sorgte aber für kräftigen Gegenwind. Analysten sahen vor allem die Entwicklung im Geschäftsbereich Flüssigkristalle kritisch. Die Anteilscheine von Merck brachen am Dax-Ende um 7,17 Prozent auf 75,10 Euro ein.

An den anderen großen europäischen Aktienmärkten wurden ebenfalls Gewinne verzeichnet: Der EuroStoxx 50  rückte um 1,84 Prozent auf 3387,50 Zähler nach oben. In Paris und London zeigten sich die Börsen ebenfalls fest. In den USA tendierten die wichtigsten Börsen zum europäischen Handelsschluss ebenfalls im Plus.

Der Kurs des Euros  fiel und pendelte zuletzt um die Marke von 1,5700 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Nachmittag auf 1,5741 (Dienstag: 1,5919) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,6353 (0,6282) Euro.

manager-magazin.de mit Material von dpa

Mehr lesen über
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.