Inflation Der 100-Milliarden-Dollar-Schein

Europas Bürger stöhnen über Teuerungsraten von mehr als 3 Prozent, in manchen Staaten Afrikas kann man darüber nur gleichgültig mit den Achseln zucken: Simbabwe lässt jetzt aus purer Not 100-Milliarden-Dollar-Geldscheine drucken. Die aktuelle Inflationsrate des Landes: geschätzte 2,2 Millionen Prozent.

Harare - Simbabwes Zentralbank hat den 100-Milliarden-Dollar-Schein eingeführt. Die Banknote werde am Montag in Umlauf gebracht, teilte die simbabwische Zentralbank laut Staatsmedien am Samstag mit.

Weil die Kaufkraft der Simbabwe-Währung ständig sinkt, mussten die Zentralbanker des Landes bereits mehrfach Geldscheine in Umlauf bringen, die nominal zwar astronomisch hohe Summen aufwiesen, für die aber dennoch kaum Waren zu kaufen waren.

Im Januar beispielsweise brachten die Notenbanker einen Zehn-Millionen-Dollar-Schein in Umlauf, im April eine 50-Millionen-Dollar-Note. Anfang Mai kamen die 100- und 250-Millionen-Dollar-Scheine, Mitte Mai die 500-Millionen-Scheine. Kurz danach wurden fünf simbabwische Milliarden, 25 Milliarden und 50 Milliarden als Banknote gedruckt. Genutzt hat es nichts: Der afrikanische Staat kann die Hyperinflation im Lande bisher nicht eindämmen.

100 Milliarden simbabwische Dollar entsprechen auf dem Schwarzmarkt ungefähr einem US-Dollar oder 0,63 Euro. Das Geld würde an diesem Wochenende für eine Busfahrt vom Zentrum der Hauptstadt Harare in die Vororte und zurück reichen. Für ein Getränk oder ein Brot würde es schon knapp: Beides kostete Anfang der Woche etwa 60 Milliarden Dollar.

Das südafrikanische Land hat im Juni nach offiziellen Angaben eine Hyperinflation von 2,2 Millionen Prozent verzeichnet. Unabhängige Ökonomen schätzen sogar, dass die tatsächliche Inflation bei 10 Millionen bis 15 Millionen Prozent liegt. Mindestens 80 Prozent der simbabwischen Bevölkerung leben unter der Armutsgrenze.

manager-magazin.de mit Material von ap und reuters

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