Walter Bau Schluckt Konkurrenten

Der Bauriese übernimmt Heilit + Woerner. Dabei haben es die Augsburger vor allem auf den erfolgreichen Straßenbau des Konkurrenten abgesehen. Geplant ist ein Aktientausch.

Augsburg - Die ursprüngliche Heilit + Woerner AG "gehe unter", so Ignaz Walter, Aufsichtsratsvorsitzende der Walter Bau AG. Die acht Vorstände der neuen Walter Bau AG stünden bereits fest, zu dem bestehenden Walter-Bau-Vorstand kommen die ehemaligen Heilit + Woerner-Vorstände Alexander von Wilcken, Ludwig Schick und Gottfried Settele.

Für das kommende Jahr erwartet Walter Bau, mit den Kapazitäten von Heilit + Woerner rund acht Milliarden Mark zu erwirtschaften. Damit entspräche das den Bauleistungen aus dem laufenden Jahr. Der Verkehrswegebau von Heilit + Woerner sei dabei gut eineinhalb Milliarden schwer, so Walter. Für das laufende Geschäftsjahr würden "leichte Gewinne" eingefahren, die sich im Bereich des Vorjahres bewegen würden. 1998 erzielten beide Unternehmen zusammen einen Ertrag vor Steuern von 25 Millionen Mark.

Walter Bau wolle sich künftig auf seine drei Kernbereiche Verkehrswegebau, Ingenieurbau und Schlüsselfertigbau konzentrieren. Daneben werde man Projektentwicklung und das Finanzierungsgeschäft stärker betreiben und das Facility Management ausbauen, sagte Walter. Arbeitsplätze seine wegen der analogen Strukturen beider Unternehmen nicht gefährdet.

Unabhängige Wirtschaftsprüfer müßten lediglich noch ein Bewertungsgutachten anfertigen. Anhand dessen dann der Aktienumtausch der beiden fusionierten Unternehmen festgelegt würde. Nach Vorliegen der Gutachten sollen dann Anfang Juni 2000 die Hauptversammlung von Heilit + Woerner und von Walter Bau die Fusion rückwirkend zum 1. Januar 2000 beschließen.

Die Stammaktien der Walter Bau AG werden zu 75,2 Prozent von der Walter Holding, die zu 100 Prozent im Besitz der Walter-Familie ist, gehalten weren. Die restlichen 24,8 Prozent gehen an die Börse und Banken. Die Bayrische Landesbank wird den überwiegende Teil der freien Aktien halten. Damit dürfte der freie Handel jedoch sehr gering sein.

Kein Geld für Kleinaktionäre

Für die Kleinaktionäre von Heilit + Woerner wird es allerdings im Zuge der Verschmelzung von Heilit + Woerner auf die Walter Bau AG kein Abfindungsangebot geben. Der Walter Bau-Chef bietet den Heilit-Aktionäre ein Umtauschangebot für Walter Bau-Aktien, die ihr Kapital entsprechend erhöhen würden.