Sonntag, 8. Dezember 2019

Übernahme Inbev formt neuen Bierkoloss

Der belgische Braukonzern Inbev übernimmt den US-Konkurrenten Anheuser-Busch für rund 50 Milliarden Dollar und schwingt sich zum weltgrößten Bierproduzenten auf. Zu dem Imperium gehören auch zahlreiche deutsche Marken.

New York - Nach einem einmonatigen Abwehrkampf stimmte die Anheuser-Führung einem verbesserten Angebot von 70 Dollar je Aktie zu. Das entspricht einem Gesamtkaufpreis von etwa 50 Milliarden Dollar. Die Anheuser-Aktie Börsen-Chart zeigen hatte bereits in den vergangenen Wochen kräftig zugelegt.

Neuer Marktführer: Bisher rangierte Inbev auf Platz zwei in der Liste der größten Bierhersteller
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Neuer Marktführer: Bisher rangierte Inbev auf Platz zwei in der Liste der größten Bierhersteller
Wie die Unternehmen am Montag in New York mitteilten, wird der fusionierte Konzern Anheuser-Busch Inbev heißen und von Inbev-Chef Carlos Brito geführt werden. Im Vorstand sollen demnach auch zwei Anheuser-Manager sitzen.

Die Übernahme ist die bislang größte in der von einer Konsolidierungswelle geprägten Brauereibranche. Es wird erwartet, dass die Regulierungsbehörden dem drittgrößten Kauf eines US-Konzerns durch ein ausländisches Unternehmen zustimmen werden.

Mitte Juni hatte der größte US-Brauer Anheuser ("Budweiser") eine ursprüngliche Offerte über 46,3 Milliarden Dollar abgelehnt. Daraufhin war Inbev Börsen-Chart zeigen auf Konfrontationskurs gegangen und drohte mit einem Sturz des Anheuser-Direktoriums. Nun erhöhte Inbev jedoch wie erwartet sein Angebot um fünf auf 70 Dollar je Aktie. Auf der Grundlage der 713 Millionen Anheuser-Aktien entspricht dies einem Gesamtwert von 50 Milliarden Dollar. Die Unternehmen sprachen von einem Kaufpreis in Höhe von 52 Milliarden Dollar, lieferten aber zunächst keine Erklärung, wie sich ihr Preis errechnet.

Objekt der Begierde: Das amerikanische Budweiser-Bier ist jetzt im Portfolio des belgischen Inbev-Konzerns
Durch die Fusion rechnen beide Unternehmen bis 2011 mit Synergien in Höhe von mindestens 1,5 Milliarden Dollar. Inbev, das neben Beck's auch die Marken Franziskaner, Löwenbräu und Diebels vertreibt, löst durch den Zusammenschluss den bisherigen Branchenführer SABMiller aus Großbritannien als Branchenführer ab.

Die neue Nummer Eins wird einen Jahresumsatz von etwa 36 Milliarden Dollar aufweisen. Der mexikanische Corona-Brauer Grupo Modelo, der zur Hälfte Anheuser gehört, erklärte indes, dass es sich gewisse Mitspracherechte bei der Fusion vorbehalte. Die Anheuser-Aktie hatte ihr Rekordhoch im Oktober 2002 erreicht.

manager-magazin.de mit Material von reuters

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