NA Spekulationen über Salzgitter-Einstieg

Der Aktienkurs der Norddeutschen Affinerie ist am Donnerstag zeitweise um 13 Prozent gestiegen. Laut einem Pressebericht kauft der Stahlkonzern Salzgitter dem früheren Großaktionär Mirko Kovats seine Anteile ab.

Wien/Hamburg - Der österreichische Mischkonzern A-Tec  hat seine restlichen Anteile an Europas größter Kupferhütte Norddeutsche Affinerie (NA)  verkauft. "Wir halten seit heute Nachmittag keine Anteile mehr", sagte eine A-Tec-Sprecherin am Donnerstag in Wien. Den Käufer des zuletzt 9-prozentigen Pakets verriet sie nicht. Einem Bericht der Tageszeitung "Die Welt" zufolge soll es sich um Deutschlands zweitgrößten Stahlkocher Salzgitter  handeln. Weder Salzgitter noch die Affinerie wollten sich dazu äußern.

Börsianer äußerten die Vermutung, Salzgitter wolle die NA übernehmen. Die NA-Aktie gewann zeitweise mehr als 13 Prozent an Wert.

A-Tec-Chef Mirko Kovats, der selbst eine Kupferfirma im österreichischen Brixlegg besitzt, musste sich nach einer Entscheidung des Bundeskartellamts von seinem Aktienpaket trennen, weil die Wettbewerbshüter eine beherrschende Stellung in einem Segment des Kupfermarktes festgestellt haben. Kovats hatte die Aktien vor rund einem Jahr von der Commerzbank  erworben.

Dem Zeitungsbericht zufolge will auch NA-Aktionär Ian Karan seinen rund einprozentigen Anteil an den Salzgitter-Konzern abgeben. Andere NA-Eigner wie die Stadt Hamburg hingegen wollten ihre Anteile behalten. Ein Sprecher der Hamburger Finanzbehörde sagte Reuters: "Wir halten weiter fünf Prozent plus eine Aktie." Ein Verkauf sei derzeit nicht geplant. Die Hansestadt hatte sich ebenso wie die HSH Nordbank, Karan und weitere Investoren bei der Kupferhütte eingekauft, um den ungeliebten Österreicher abzublocken.

Kovats hatte nach dem Erwerb des Commerzbank-Pakets weiter zugekauft und zeitweise knapp 15 Prozent an der NA besessen. Über die Beteiligung sowie über ein Paket an der inzwischen von der NA übernommenen belgischen Kupferhütte Cumerio wollte Kovats erreichen, dass er an der Neuordnung der europäischen Kupferindustrie beteiligt wird. Dies lehnten die Hamburger ab.

manager-magazin.de mit Material von reuters

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