Inflation Bank of England bleibt ungerührt

Die Bank of England kümmert sich vorerst nicht um die steigende Inflation im Lande. Obwohl Großbritanniens Teuerungsrate auf den höchsten Stand seit mehr als zehn Jahren gestiegen ist, lassen die Notenbanker ihren Leitzins konstant. Die EZB dagegen warnt bereits vor hohen jährlichen Preissteigerungsraten.

London - Die britische Notenbank hat ihren Leitzins unverändert bei 5 Prozent belassen. Das teilte die Bank of England am Donnerstag in mit. Sie hebt ihr Zinsniveau damit nicht an, obwohl Großbritanniens Inflationsrate auf 3,3 Prozent gestiegen ist - und damit so hoch, wie seit 1997 nicht mehr. Zuletzt hatte die Bank nicht mal mehr ausgeschlossen, dass die Teuerungsrate bis zum Jahresende auf 4 Prozent steigen könnte.

Englands Währungshüter haben heute dennoch mehr auf das nachlassende Wirtschaftswachstum im Lande als auf die Inflation geachtet. Im April hatte die Zentralbank ihren Leitzins deshalb sogar um einen Viertelprozentpunkt gesenkt, um Großbritanniens Unternehmen zu stützen.

Zuletzt signalisierte der britische Wohnungsmarkt, dass die Inselwirtschaft Schwung verliert. Der Halifax-Hauspreisindex hat im Juni den stärksten Rückgang auf Jahressicht seit März 1993 verzeichnet. Wie der Hypothekenfinanzierer HBOS mitteilte, lag der Index um 6,1 Prozent niedriger als vor einem Jahr. Gegenüber Mai wurde ein Rückgang der Häuserpreise um 2,0 Prozent gemessen.

Die Europäische Zentralbank rechnet bereits damit, dass die Inflationsrate in der Euro-Zone "geraume Zeit merklich" über der angestrebten Marke von 2 Prozent bleibe und sich 2009 "nur allmählich abschwächen" werde, teilte die Bank heute mit. "Somit befindet sich das Währungsgebiet in einer lang anhaltenden Phase hoher jährlicher Preissteigerungsraten, die länger andauern dürfte als noch vor einigen Monaten angenommen."

Europas Zentralbank hatte deshalb ihren Leitzins vergangene Woche von 4,0 auf 4,25 Prozent angehoben - zum Missfallen des französischen Präsidenten Nicholas Sarkozy: "Wir stellen die Unabhängigkeit der Europäischen Zentralbank nicht infrage, wenn wir fragen, ob es vernünftig ist, den Leitzins auf 4,25 Prozent zu erhöhen, wenn die Amerikaner bei 2 Prozent sind", sagte Sarkozy heute im Plenum des Europäischen Parlamentes.

Die Währungshüter verteidigten ihre Entscheidung. Sie ziele darauf ab, die Kaufkraft zu erhalten und dauerhaft für Wachstum und Beschäftigung zu sorgen.

manager-magazin.de mit Material von dpa-afx und reuters

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