Euro-Stärke Hoher Kurs senkt Einfluss

Die europäische Gemeinschaftswährung leidet unter ihrer eigenen Stärke. Weil der Euro verglichen mit anderen wichtigen Weltwährungen Monate lang an Wert zulegte, haben sich Regierungen und Banken die europäische Devise zuletzt immer weniger leisten können. Jetzt ist sogar der Euro-Anteil an den Weltwährungsreserven gesunken.

Frankfurt am Main - Der Euro-Anteil an den Währungsreserven ist im vergangenen Jahr um fast einen Prozentpunk gesunken, hat die Europäische Zentralbank errechnet.

Der Anteil des Euros  an den Weltwährungsreserven fiel demnach 2007 um fast einen Prozentpunkt. Als Grund machten die Währungshüter unter anderem Absicherungsgeschäfte zahlreicher asiatischer, lateinamerikanischer und ölproduzierender Länder. Sie hätten sich zuletzt mit Dollar eingedeckt, um im Falle eines weltweiten Abschwungs über Reserven in der US-Währung zu verfügen, die sie zuvor billig eingekauft hätten.

Somit sei der Euro-Appetit vieler Regierungen und Banken in aller Welt zuletzt wegen des starken Kursanstiegs im Vergleich zu anderen wichtigen Währungen gesunken.

Auch viele große Investoren seien zuletzt auf den Dollar ausgewichen, haben Europas Zentralbanker beobachtet. Auf dem Anleihemarkt beispielsweise hätten viele Anleger Dollarpapieren nicht zuletzt wegen des steigenden Zinsabstandes zwischen den USA und der Euro-Zone den Vorzug gegeben hätten.

Die Euro-Banker hatten ihren Leitzins vergangene Woche auf 4,25 Prozent erhöht. In den USA liegt der Schlüsselzins der Federal Reserve nach einer Reihe von Zinssenkungen wegen der Finanzmarktkrise bei nur noch bei 2 Prozent.

Im Vergleich zum Beginn des vergangenen Jahres hat sich der Euro um etwa 30 Cent verteuert. Am Mittwoch kostete die Gemeinschaftswährung auf dem Devisenmarkt rund 1,57 Dollar.

manager-magazin.de mit Material von ap, dpa und reuters

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