Kreditkrise Bernanke will Banken stützen

Amerikas Zentralbankchef Ben Bernanke hat weitere Notenbankgelder zur Überwindung der Kreditkrise in Aussicht gestellt. Im Notfall werde die Bank eingreifen, auch über den Jahreswechsel hinaus. An der Börse sorgte die Ankündigung für steigende Kurse.

Arlington - Die amerikanische Notenbank will dem Bankensystem noch eine Weile zur Seite zu stehen. Die Federal Reserve prüfe derzeit mehrere Möglichkeiten, darunter auch eine Verlängerung ihrer Notfallversorgung mit frischem Zentralbankgeld über den Jahreswechsel hinaus, sagte Bankchef Ben Bernanke. "Dies gilt für den Fall, dass die ungewöhnlichen und anspruchsvollen Umstände anhalten, die derzeit die Liquiditätslage bestimmen."

Nach Bernankes Ankündigung erholten sich die Kurse an der Wall Street. Der Dow-Jones-Index  der Standardwerte gewann in den ersten Handelsminuten 0,4 Prozent auf 11.277 Punkte. Der breiter gefasste S&P-500 legte 0,3 Prozent auf 1255 Zähler zu. Der Index der Technologiebörse Nasdaq  verbuchte ein Plus von 0,6 Prozent auf 2257 Punkten.

Auf dem Höhepunkt der Finanzkrise im März hatte die Fed zusätzliche Kreditlinien für die großen Banken bereitgestellt, damit sich diese leichter bei der Notenbank refinanzieren können. Nach dem Debakel um die US-Investmentbank Bear Stearns , die mit Hilfe der amerikanischen Notenbank zunächst gerettet und dann an den Konkurrenten JP Morgan verkauft worden war, hatten die amerikanischen Währungshüter ihre Diskontkredite auch auf Investmentbanken ausgeweitet. Diese Form der Refinanzierung hatte bis dahin nur normalen Geschäftsbanken zur Verfügung gestanden.

Doch nach einer kurzen Atempause hat die Furcht vor den Folgen der US-Immobilienkrise zuletzt wieder zugenommen. Der US-Investmentbank Lehman Brothers  zufolge droht den beiden Hypothekenfinanzierern Fannie Mae und Freddie Mac Kapitalbedarf in Milliardenhöhe. Wegen einer anstehenden Änderung in der Rechnungslegung könnte Fannie Mae nach Berechnungen von Lehman eine Kapitalspritze von 46 Milliarden Dollar benötigen, während Freddie Mac 29 Milliarden Dollar fehlen könnten. Die Aktienkurse von Freddie Mac und Fannie Mae stürzten am Montag deshalb in New York zeitweise auf den niedrigsten Stand seit 1992.

Bernanke sprach sich zudem für einen neuen Regulierungsrahmen für das Bankensystem aus, insbesondere für Investmentbanken. Amerikas Zentralbank und die Börsenaufsicht SEC hatten erst kürzlich eine Vereinbarung geschlossen, die den Austausch von Informationen zwischen den beiden Institutionen verbessern helfen soll.

manager-magazin.de mit Material von reuters

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