Analysten Empfehlungen vom Vormittag

Goldman Sachs glaubt, dass SAP auf 650 Euro steigen werden. Delbrück erwartet Lufthansa auf 27 Euro. Die SchmidtBank hält Plenum inzwischen für zu teuer. Empfohlen werden auch Merck, von Jetter wird abgeraten.

Goldman Sachs hat am Dienstag das Kursziel für SAP um 35 Prozent auf 650 Euro (Vorzüge aktuell: 596 Euro) angehoben. Die GS-Analysten setzten zugleich ihre Schätzung für den Gewinn je Aktie für 2000 um 15 Prozent auf 5,98 Euro nach oben. Die Marktteilnehmer betrachteten SAP inzwischen als großen Internet-Blue-Chip, heißt es zur Begründung. Außerdem seien die Aussichten für die Geschäftsentwicklung 2000 etwas besser als erwartet. Die Schätzung für den Gewinn je Aktie für 1999 wurde um fünf Prozent auf 3,95 Euro zurückgenommen.

plenum: Inzwischen teuer / "Halten" (SchmidtBank)

Vor dem Hintergrund des Kurssprungs der vergangenen Woche stufen die Analysten der SchmidtBank plenum von "Kaufen" auf "Halten" herab. Die Gewinnprognose für 1999/2000 lautet auf 0,27/0,55 Euro je Aktie. Aus technischer Sicht sei ein Rückgang auf ein Kursniveau zwischen 18 und 20 Euro vorstellbar, um die Kurslücken in diesem Bereich zu schließen. In dieser Region erscheint die Aktie den SchmidtBank-Analysten wieder "sehr attraktiv".

Lufthansa: Kursziel 27 Euro (Delbrück)

Die Analysten von Delbrück Asset Management raten weiter, die Aktie von Lufthansa überzugewichten. Die vergleichsweise niedrige Notierung von Airline-Aktien und eine erwartete Entspannung im harten Wettbewerb sprechen für ein Engagement in dieser Branche. Die Experten sehen das Potential, das sich für Lufthansa im Rahmen der Star Alliance ergibt, bei weitem noch nicht ausgeschöpft. Das Ergebnis je Aktie soll 1999 bei 1,02 Euro und im folgenden Jahr bei 1,50 Euro liegen. In Anbetracht der sehr guten Marktposition und der günstigen Bewertung ist die Aktie ein Kauf, das Kursziel liegt bei 27 Euro (aktuell knapp 22 Euro).

Merck: Kursziel 45 Euro (Merrill Lynch)

Sehr positiv wertet Merrill Lynch die am Dienstag mitgeteilte Veräußerung einer Beteiligung im Kontrastmittelgeschäft durch Merck. ML-Analyst Andreas Schmidt verweist zur Begründung auf einen in der Vergangenheit hohen Margendruck bei Kontrastmitteln. Zudem seien die Umsätze in diesem Bereich rückläufig. Der Umsatzanteil der Sparte im Merck-Portfolio sei mit etwa sechs Prozent an den Gesamterlösen für 1999 ohnehin vergleichsweise niedrig. Den vereinbarten Preis von 1,7 Milliarden Mark hält Schmidt ebenfalls für "sehr gut". Zwar dürften relativ hohe Buchgewinne anfallen, was die Steuerbelastung der Transaktion tendenziell erhöhen werde, doch werde sich die Transaktion wohl nicht gewinnverwässernd auswirken. Schmidt stuft Merck weiter als "long term buy" mit Kurziel 45 Euro und "short term neutral" ein.

Jetter: Kursziel erreicht / Nur noch "Halten" (LBBW)

Von "kaufen" auf "halten" zurückgestuft haben die Analysten der Landesbank Baden-Württemberg Jetter. Die Story der Jetter-Aktie sei weiterhin "hochinteressant", doch sei der Wert derzeit ausreichend bezahlt, Die Gewinnprognose für die Geschäftsjahre 1999/2000 bis 2001/2002 lautet auf 0,11/0,43/1,16 Euro je Aktie. Der Anbieter für Steuerungssysteme hochkomplexer Anlagen und Maschinen arbeite in einem Markt von 5,5 Milliarden Dollar, betonen die Analysten. Für das laufende Geschäftsjahr erwarten sie einen Umsatz von 30 Millionen Mark. Der Gesellschaft scheine es zu gelingen, die jetWeb-Technologie und das Markenzeichen "Jetter" als Synonym für den Umbruch in der Automatisierungsindustrie hin zu Erthernet-basierenden offenen Steuerungslösungen zu etablieren. Von entscheidender Bedeutung dürfte laut LBBW die Hannover Messe Industrie im März 2000 sein. Dann will das Unternehmen erste Produkte mit dieser Technik vorstellen.