Condor-Kauf Kartellamt droht mit Veto

Das Bundeskartellamt hat Air Berlin eine Frist gesetzt, um seine Bedenken gegen die Übernahme der Fluglinie Condor zu zerstreuen. Bis zum 14. Juli hat man dazu Zeit bei Air Berlin. Die Nachricht treibt die Aktie des Unternehmens deutlich nach unten.

Düsseldorf - Das Bundeskartellamt erhöht den Druck auf die Fluggesellschaft Air Berlin . Die Behörde habe Air Berlin eine Frist bis zum 14. Juli gesetzt, um die Bedenken gegen die geplanten Übernahme des Ferienfliegers Condor auszuräumen. Sollte dies nicht geschehen, werde das Kartellamt das Vorhaben abmahnen.

Damit bestätigt sich ein Vorabbericht des Magazins "Focus". Die Wettbewerbshüter wollen bis zum 9. Oktober über die Pläne entscheiden. Das Kartellamt befürchtet, dass Air Berlin nach einer Übernahme von Condor auf den Mittelstrecken in das Mittelmeer eine marktbeherrschende Stellung haben wird. An der Börse wirkte sich diese Nachricht als Dämpfer für die Aktie von Air Berlin aus - mit einem Abschlag von zwischenzeitlich über 9 Prozent.

Behördensprecherin Silke Kaul sagte am Dienstag der AP, das Kartellamt befürchte durch den Zusammenschluss erhebliche Wettbewerbseinbußen im Reisegeschäft mit der Mittelmeerregion. Die Behörde habe Air Berlin deshalb die Frist gesetzt, um die Bedenken auszuräumen.

Behördliche Bedenken

Air Berlin und die Condor-Muttergesellschaft Thomas Cook hatten im September vergangenen Jahres ihre Pläne für einen Zusammenschluss der beiden Fluggesellschaften bekanntgegeben. Air Berlin würde dadurch zu einer der größten europäischen Airlines aufsteigen. Im Gegenzug sollte Thomas Cook mit einem Anteil von knapp 30 Prozent zum Air-Berlin-Großaktionär werden.

Allerdings stieß der Zusammenschluss bei den Wettbewerbshütern auf Bedenken - vor allem, was das Gewicht des Anbieters auf den attraktiven Strecken in den Mittelmeerraum angeht. Air Berlin und Thomas Cook hatten dagegen geltend gemacht, dass eventuelle Wettbewerbsnachteile im Kurzstreckenbereich durch ein Mehr an Wettbewerb auf den Routen nach Asien wettgemacht würden.

Dabei seien den Wettbewerbshütern allerdings angesichts der Ankündigung von Air Berlin, mehrere Langstrecken-Verbindungen wegen der Kostenexplosion beim Flugbenzin zu streichen, zunehmend Zweifel gekommen, sagte Kaul.

Von Air Berlin, Thomas Cook und der Thomas-Cook-Muttergesellschaft Arcandor  waren zunächst keine Stellungnahmen zu erhalten.

manager-magazin.de mit Material von ap und reuters

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