Finanzierer Fannie und Freddie stürzen ab

Freddie Mac und Fannie Mae drohen nach Ansicht der Investmentbank Lehman Brothers erneut Belastungen. Wegen Änderungen in der Rechnungslegung könnten die Kreditfinanzierer Kapitalspritzen benötigen - und zwar in Höhe von zusammen 75 Milliarden Dollar. Die Aktienkurse der beiden Finanzinstitute brachen ein.

New York - Die amerikanische Investmentbank Lehman Brothers  hat berichtet, dass die Hypothekenfinanzierer Fannie Mae und Freddie Mac  bräuchten womöglich eine Finanzspritze benötigen. Beide Unternehmen könnten einen Kapitalbedarf in Höhe von 75 Milliarden Dollar haben, sollten angedachte Änderungen in den US-Bilanzierungsregeln umgesetzt werden.

Demnach müssten Hypothekenfinanzierer momentan noch außerhalb der Bilanz geführte Verbindlichkeiten in die Bücher übertragen.

Eine Freddie-Mac-Sprecherin sagte, der Konzern habe nicht vor, sein Kapital vor Vorlage der Zahlen zum zweiten Quartal zu erhöhen. Eine Fannie-Mae-Sprecherin lehnte eine Stellungnahme zu der Lehman-Einschätzung ab.

Der Kurs der Fannie-Mae-Aktien brach an der Wall Street zuletzt dennoch um 16 Prozent auf 15,74 Dollar ein, Freddie-Mac-Anteilsscheine büßten knapp 18 Prozent ihres wertes auf 11,91 Dollar ein. Die beiden Titel notierten damit auf dem niedrigsten Niveau seit mehr als 14 Jahren. Im Laufe eines Jahres mussten Fannie-Mae-Anleger damit 76 Prozent Wertverlust hinnehmen, Freddie-Mac-aktionäre sogar ein Minus in Höhe von 80 Prozent.

Fannie Mae und Freddie Mac garantieren aktuell für Hypothekenkredite in Höhe von 5,2 Bill Dollar - und damit für rund die Hälfte aller in den USA vergebenen Häuserkredite.

Die beiden größten US-Hypothekenfinanzierer leiden mit am meisten unter der Kreditkrise und mussten deshalb bereits empfindliche Verluste und Kapitalerhöhungen in Kauf nehmen. Die US-Immobilienkrise hat sich längst über das Segment der Ramschhypotheken ausgeweitet und betrifft nun auch besser besicherte Hypotheken, die den Löwenanteil des Geschäftes von Freddie Mac und Fannie Mae ausmachen.

manager-magazin.de mit Material von dow jones

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