Tui Fredriksen findet Frenzel "untragbar"

Großaktionär John Fredriksen schießt sich auf Tui-Vorstandschef Michael Frenzel ein. Nachdem der Norweger seinen Anteil an Tui weiter erhöht hat, wird er in seiner Wortwahl immer schärfer. Zudem droht er damit, den Konzernumbau zu blockieren, wenn Frenzel nicht geht.

Hannover - Der streitbare Tui-Großaktionär John Fredriksen hat Tui-Vorstandschef Michael Frenzel mit scharfen Worten zum Rücktritt aufgefordert. Zudem will Fredriksen Aufsichtsratschef Jürgen Krumnow loswerden. "Wir halten unsere Forderung nach der sofortigen Absetzung von Krumnow aufrecht und möchten zudem klar machen, dass wir Herrn Frenzel als Firmenchef als untragbar empfinden", schrieb Fredriksen in einem Brief an den Aufsichtsrat von Tui .

Auf der Hauptversammlung im Mai hatte Fredriksen, der mittlerweile 15,01 Prozent der Aktien hält, die Forderung nach Frenzels Ablösung bereits indirekt erhoben. "Wir haben ein klares Votum der Hauptversammlung für Herrn Frenzel und Herrn Krumnow. Daher stellt sich die Frage nicht", sagte ein Tui-Sprecher.

Fredriksen beklagte erneut fehlende Dialogbereitschaft des Managements des Reise- und Schifffahrtskonzerns aus Hannover. "Außer Frenzels öffentlichem Versprechen, mit uns in Verbindung zu treten, haben wir vom Management seit der Hauptversammlung vor acht Wochen nichts gehört", schreibt Fredriksen. Der Tui-Sprecher erklärte hierzu: "Das ist schlichtweg falsch. Es hat Kontakte gegeben auch auf sehr hoher Ebene. Fredriksens Erwiderungen waren allerdings sehr destruktiv."

Fredriksen droht Tui in seinem Schreiben mit einer Blockade des von ihm angestoßenen Verkaufs der Reederei Hapag-Lloyd per einstweiliger Verfügung, sollte Tui nicht eine Hauptversammlung einberufen, um darüber entscheiden zu lassen. Fredriksen werde einem Verkauf nur zustimmen, wenn der Preis stimme und die Verwendung des Erlöses in seinem Sinne laufe.

"Wir werden keinen Kauf von Tui-Travel-Aktien unterstützen", schrieb der Norweger. In dem an der Londoner Börse gelisteten Unternehmen, an dem Tui eine knappe Mehrheit hält, ist das Reisegeschäft von Tui gebündelt. "Wir werden dem Management auch keine Möglichkeit geben, mehr in den Reise Sektor zu investieren."

Tui Travel  und Hapag-Lloyd sollten getrennt werden, sagte Fredriksen. "Wir glauben, dass eine Abspaltung von Hapag-Lloyd in ein eigenständiges Unternehmen oder ein Verkauf des Tui-Reisegeschäfts langfristig der wertschaffendste Ansatz für so eine Trennung ist."

Harte Kritik übte Fredriksen an einer Klausel in Frenzels Vertrag, dem zufolge der Manager bei einem Wechsel an der Spitze des Aufsichtsrats seinen Hut nehmen kann und noch bis zum Ende seiner Amtszeit seine Bezüge erhält. "Das bedeutet, dass Frenzel bis zu 20 Millionen Euro bekommen würde", schrieb Fredriksen. Der Tui-Sprecher entgegnete, die Summe betrage maximal zwölf Millionen Euro.

Fredriksen empörte sich zudem über Klauseln, die es Anteilseignern wie der Hotelgruppe RIU ermöglichen würden, bei einem Wechsel an der Spitze des Aufsichtsrats Hotels unter Marktpreis zu kaufen.

manager-magazin.de mit Material von reuters

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