Finanzkrise IKB erwartet weitere Belastungen

Die angeschlagene Mittelstandsbank IKB hat im vergangenen Geschäftsjahr einen Milliardenverlust verzeichnet. Auch für das laufende Jahr rechnen die Düsseldorfer mit erheblichen Belastungen. Erst mittelfristig solle eine "angemessene Rendite" erwirtschaftet werden.

Frankfurt am Main - Das laufende Geschäftsjahr der IKB  (per Ende März) werde stark durch das geringere Neugeschäft, die gestiegenen Refinanzierungskosten sowie die hohen Aufwendungen für Unternehmensberater beeinträchtigt, teilte die Düsseldorfer Bank in der Nacht zum Donnerstag mit.

Zudem werde sie nach Abschluss ihres Konzernumbaus künftig deutlich niedrigere Erträge erwirtschaften. Mittelfristiges Ziel sei das Erreichen einer "angemessenen Rendite", erklärte der Vorstand.

Das Institut hatte sich in großem Stil am US-Hypothekenmarkt verzockt und konnte nur mit Milliardengeldern von anderen Banken und vom Bund gerettet werden. Seit dem vergangenen Sommer kämpft die IKB ums Überleben und soll nun verkauft werden. Die Hauptaktionärin, die staatliche Förderbank KfW, verhandelt derzeit Finanzkreisen zufolge mit der schwedischen Bank SEB , dem US-Finanzinvestor Lone Star sowie der Beteiligungsgesellschaft Ripplewood. Bis September wird mit einem Abschluss des Prozesses gerechnet.

Im vergangenen Geschäftsjahr 2007/08 stand bei der IKB nach vorläufigen Zahlen ein Nettoverlust von 24 Millionen Euro in den Büchern und damit deutlich weniger als angekündigt. Die Bank begründete dies mit einem Steuereffekt. Die vor Monaten mitgeteilte bisherige Schätzung lautete noch auf ein Minus von 200 Millionen Euro. Für die ersten neun Monate hatte die IKB noch einen Verlust von knapp einer Milliarde Euro ausgewiesen.

Die Belastungen aus den riskanten Wertpapieren, die noch in der IKB-Bilanz liegen, summierten sich im abgelaufenen Geschäftsjahr auf 1,8 Milliarden Euro. Ohne die Übernahme von Garantien durch die KfW und andere Banken wären die Abschreibungen und die Verluste noch deutlich höher ausgefallen. Insgesamt musste das Institut mit 8,5 Milliarden Euro gestützt werden.

Auch im klassischen Bankgeschäft musste die IKB im vergangenen Geschäftsjahr Einbußen hinnehmen. Der Zinsüberschuss, die wichtigste Ertragssäule, brach um ein Drittel auf 450 Millionen Euro ein. Die Risikovorsorge für faule Kredite stieg um gut 6 Prozent auf 255 Millionen Euro.

Zudem schlugen 20 Prozent höhere Kosten von 377 Millionen Euro zu Buche. Beim Provisionsüberschuss verbuchte die Bank dagegen ein leichtes Plus auf 55 Millionen Euro. Die operativen Ergebnisse in den beiden Kernfeldern Firmen- und Immobilienkunden gingen deutlich zurück. Das dritte Segment Strukturierte Finanzierungen rutschte in die roten Zahlen.

Wie die IKB weiter mitteilte, verkaufte sie seit Juni 2008 aus den Risikoportfolios erste Papiere im Nominalwert von 450 Millionen Euro. Der Preis habe leicht über dem Buchwert von Ende März gelegen.

manager-magazin.de mit Material von reuters

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