ABN-Nachlass Deutsche Bank greift zu

Die Deutsche Bank übernimmt von ABN Amro Teile des Firmenkundengeschäfts. Dafür muss das größte deutsche Geldhaus 709 Millionen Euro an die ABN-Mutter Fortis überweisen. Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann setzt seine Akquisitionsstrategie damit fort.

Frankfurt am Main - Mit der Übernahme steigt die Deutsche Bank  zur Nummer vier im niederländischen Firmenkundengeschäft auf. Das Institut setzte sich in dem Verkaufsverfahren gegen die französische Konkurrentin BNP Paribas  durch, die sich die Sparten Medienberichten zufolge ebenfalls angesehen hatte.

Die Transaktion umfasst zwei Unternehmensbereiche, die Dienstleistungen für große Firmenkunden anbieten, sowie 13 Filialen, in denen Mittelständler betreut werden. Zudem übernimmt die Deutsche Bank die ABN-Tochter Hollandsche Bank Unie und die Factoring-Sparte IFN Finance BV.

Insgesamt geht es dabei um 35.000 Firmenkunden, 8000 Privatkunden sowie 1400 Mitarbeiter. 2007 wiesen die Geschäftsbereiche einen gesamten Vorsteuergewinn von rund 140 Millionen Euro aus. Der Kaufpreis liege etwa 300 Millionen Euro unter dem Nettowert der Sparten, hieß es.

Fortis  werde zudem für die veräußerten Bereiche eine Risikoabsicherung etwa für mögliche Kreditausfälle von zehn Milliarden Euro übernehmen. Der Deal soll bis zum Beginn des vierten Quartals abgeschlossen werden und muss noch von den zuständigen Behörden genehmigt werden.

Fortis hatte ABN Amro  im vergangenen Jahr zusammen mit der britischen Royal Bank of Scotland  und der spanischen Santander  für rund 70 Milliarden Euro übernommen. Der Verkauf wurde von den Wettbewerbsbehörden nur unter der Auflage genehmigt, dass Fortis verschiedene Geschäftsbereiche verkauft. Der Konzern musste zur Finanzierung des Deals Milliardensummen bei den Aktionären einsammeln.

Die Strategie der Deutschen Bank zielt seit einiger Zeit auf ergänzende kleinere und mittelgroße Übernahmen ab, mit denen die im Vergleich zum Investmentbanking stabileren Geschäftsfelder etwa mit Privat- und Geschäftskunden gestärkt werden sollen. Als ein zentraler Wachstumsmotor gilt das Mittelstandsgeschäft. Das Institut gilt auch als ernster Interessent für die zum Verkauf stehende Deutschlandtochter der US-Bank Citigroup. Zudem interessiert sie sich für die Postbank und die Dresdner Bank.

manager-magazin.de mit Material von reuters

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