Deutsche Bank Aussicht auf Gewinn lässt Anleger hoffen

Mit einer nur drei Sätze langen Mitteilung hat die Deutsche Bank die Anleger vorerst ein wenig versöhnt. Das Geldhaus habe im abgelaufenen Quartal einen Gewinn erzielt und benötige kein frisches Kapital, heißt es darin. Die Aktie erholte sich deutlich.

Frankfurt am Main - Spekulationen um weitere Verluste und eine dünner werdende Kapitaldecke hatten die Investoren verunsichert. Nun reichte eine nur drei Sätze lange Mitteilung, um die massiven Aktienkursverluste der vergangenen Tage zu stoppen.

Für das am Montag beendete Quartal sei ein Gewinn zu erwarten, erklärte die Bank. In den ersten drei Monaten des Jahres hatte die Deutsche Bank  wegen massiver Abschreibungen infolge der Finanzkrise den ersten Quartalsverlust seit fünf Jahren geschrieben.

Die für die Kapitalausstattung einer Bank maßgebliche Kernkapitalquote liege bei rund 9 Prozent. Ende März waren es 9,2 Prozent, der Vorstand peilt eine Spanne von 8 bis 9 Prozent an. "Daher erwartet die Bank nicht, dass die Ertragslage im zweiten Quartal Kapitalmaßnahmen erfordert", hieß es in der Mitteilung.

Investoren reagierten erleichtert. Die Deutsche-Bank-Aktie zog bis zum Mittag 5 Prozent auf 55,06 Euro an und war zweitgrößter Gewinner im Leitindex Dax  hinter der Commerzbank . Am Dienstag war das Papier zeitweise um mehr als 5 Prozent auf den tiefsten Stand seit fünf Jahren gesunken.

Bei Investoren geht die Angst um, dass die Finanzkrise noch nicht ausgestanden ist und weitere Milliardenabschreibungen anstehen könnten. Da die Wertberichtigungen tiefe Löcher in die Finanzausstattung der Geldhäuser weltweit reißen, sind viele von ihnen auf der Suche nach Kapital. Der belgisch-niederländische Finanzkonzern Fortis  und die britische Bank Barclays  kündigten unlängst entsprechende Maßnahmen an.

Besonderen Investmentbanken wie die Deutsche Bank stehen im Fokus nervöser Investoren, da die Marktturbulenzen die Erträge im Kerngeschäft wegbrechen lassen. Zudem sind diese Institute stärker in komplexe Schuldverschreibungen investiert, die stark an Wert an verloren haben.

Aus der Schätzung der Deutschen Bank für das abgelaufene Quartal schließen Experten nun, dass die Abschreibungen in den drei Monaten von April bis Juni nicht mehr so hoch gewesen sein dürften wie zu Jahresbeginn. LBBW-Analyst Olaf Kayser geht von Wertberichtigungen unterhalb der Milliardenschwelle aus. Damit sei ein Vorsteuergewinn von bis zu einer Milliarde Euro denkbar nach 2,7 Milliarden Euro ein Jahr zuvor.

Insgesamt musste das Institut schon rund fünf Milliarden Belastungen Euro verkraften, davon gut die Hälfte im Auftaktquartal. Die Deutsche Bank ging am Mittwoch nicht auf die Folgen von möglichen Übernahmen anderer Institute ein. Einige Analysten hielten bei einem Kauf der Postbank , deren Wert auf acht bis zehn Milliarden Euro taxiert wird, eine Kapitalerhöhung für notwendig. Die Deutsche Bank ist auch an der Dresdner Bank und an der deutschen Citigroup -Tochter Citibank interessiert.

manager-magazin.de mit Material von reuters

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