Dienstag, 25. Juni 2019

Finanzkrise UBS verteilt Beruhigungspille

Die Schweizer Bank UBS lässt die Finanzkrise bald hinter sich. Mit dieser Einschätzung jedenfalls beruhigte der Verwaltungsratspräsident Peter Kurer die Eidgenossen via TV. Zu Spekulationen über einen Milliardenverlust im abgelaufenen Quartal schwieg er jedoch.

Zürich - Die Finanzkrise hat die Schweizer Großbank UBS Börsen-Chart zeigen hart getroffen. Doch nun ist sie nach Ansicht des neuen Verwaltungsratspräsidenten Peter Kurer aus dem Gröbsten raus. Kurer sagte in der "Tagesschau" des Schweizer Fernsehens SF weiter, dass die Großbank im nächsten Jahr seiner Einschätzung nach wieder schwarze Zahlen schreibe. Er glaube daher nicht, dass das Institut eine weitere Kapitalerhöhung benötige.

Verziehen sich die dunklen Wolken? Die UBS brauche kein frisches Kapital, sagt Verwaltungsratschef Kurer
Die UBS gehört zu den weltweit am schwersten betroffenen Banken in der Finanzmarktkrise. Allein für die ersten drei Monate des laufenden Jahres hat die UBS über 19 Milliarden Franken abgeschrieben.

Kurer betonte, auf operativer Basis sei schon Einiges vorangetrieben worden. "Wir haben unsere Risikoposition stark reduziert, die Bilanz um mehrere 100 Millionen Franken heruntergefahren und ein aggressives Programm zur Kostensenkung in die Wege geleitet", sagte Kurer in einem Interview mit der "Finanz und Wirtschaft". Zu den Spekulationen, die UBS habe im zweiten Quartal einen Verlust von zwei bis fünf Milliarden Franken (1,2 bis 3,1 Milliarden Euro) verzeichnet, wollte sich Kurer nicht äußern.

An der Börse wurden die Äußerungen positiv aufgenommen. Das UBS-Papier legte am Vormittag um bis zu 4,24 Prozent auf 21,16 Franken zu. Damit konnte die Aktie die Verluste des Vortages zum teil wieder wettmachen. Am Dienstag war die Aktie nach dem Rücktritt von vier Verwaltungsratsmitgliedern drastisch eingebrochen und zwischenzeitlich bis auf 20 Franken gefallen, dem tiefsten Stand ihrer Geschichte.

Kurer war im April an die Verwaltungsratsspitze gewählt worden, nachdem sein Vorgänger Marcel Ospel nach Milliardenabschreibungen nicht mehr angetreten war. Im vergangenen Jahr hatte die UBS auf ihre vor allem mit US-Hypothekenkrediten gedeckten Wertpapiere insgesamt 21 Milliarden Franken abgeschrieben. Im ersten Quartal 2008 kamen weitere 19 Milliarden Franken dazu. Deswegen baut UBS mehr als 5000 ihrer 84.000 Stellen ab, vor allem im Investmentbanking. Über eine Kapitalerhöhung und eine Pflicht-Wandelanleihe hatte sich die Bank in zwei Schritten fast 30 Milliarden Franken frisches Kapital beschafft.

manager-magazin.de mit Material von dpa

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