Ergo Rückkauf-Programm soll Kurs steigern

Seit rund einem Jahr hinkt der Kurs des Versicherers dem Dax hinterher. Chef Edgar Jannott sieht auch nur begrenztes Potenzial: Mit zehn Prozent mehr sei die Aktie fair bewertet. Dabei soll ein Aktien-Rückkauf helfen.

Düsseldorf - Unzufrieden mit der Entwicklung des Aktienkurses zeigt sich der Vorstandsvorsitzende der Ergo Versicherungsgruppe Edgar Jannott. Als angemessenen Kurs bezeichnete er ein Niveau von 120 Euro. Aktuell notieren die Ergo-Titel nach der Bekanntgabe der vorläufigen Zahlen für 1999 bei 109,70 Euro, ein Plus von 0,2 Prozent. Die Zahlen wurden von Analysten ohne Überraschung aufgenommen und liegen zum Teil unter den Erwartungen.

Der Versicherer erwägt zur Kurspflege ein Aktienrückkaufprogramm. Ein entsprechender Antrag werde voraussichtlich auf der nächsten Hauptversammlung gestellt, sagte Jannott, der zum 1. Januar den Vorstandsvorsitz an Lothar Meyer abgibt und in den Aufsichtsrat wechselt.

Jannott kündigte für das Jahr 2000 weitere Beitrags- und Ergebnissteigerungen an. Zum dritten Mal in Folge solle auch die Dividende erhöht werden. Als weiteres Ziel formulierte Jannott eine Wiederanlagequote im Lebengeschäft von 25 Prozent. Im laufenden Jahr werde sie auf 20 (17) Prozent klettern.

Im Ausland will die Gruppe weiter wachsen. Ziel sei es weiterhin, den Prämienanteil im internationalen Geschäft gemessen am Gesamtbeitragsvolumen auf 20 Prozent zu steigern. Derzeit liegt der Anteil bei zehn Prozent. Im Ausland steigen die Beitragseinnahmen 1999 voraussichtlich um elf Prozent auf 2,2 (2,0) Milliarden Mark.

Zur Stärkung des Auslandsgeschäft zeigte sich Jannott an der Alte Leipziger Europa, der internationalen Sparte der Alte Leipziger Versicherung interessiert. Ergo selbst jedoch führe keine Gespräche mit der Gesellschaft, wohl aber der Mehrheitsaktionär Münchner Rück, der gute Kontakte zum Oberurseler Wettbewerber habe.

Zur weiteren Strategie von Ergo bekräftigte Jannott, dass seine Gruppe an der Vier-Marken-Strategie festhalten wolle. An ein Zusammenlegen von Hamburg-Mannheimer, Victoria, DKV und D.A.S. sei nicht gedacht.

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