E-Plus Niederländer kaufen sich ein

Die niederländische Telefongesellschaft KPN ist der neue Besitzer von E-Plus. Mit dem Kauf steigt KPN Mobile zur Nummer drei im europäischen Mobilfunkmarkt auf. France Telecom wurde ausgebremst.

Den Haag/Düsseldorf - Die niederländische Telefongesellschaft KPN wird für 18,7 Milliarden Euro 77,5 Prozent an dem deutschen Mobilfunkbetreiber E-Plus übernehmen. Die übrigen 22,5 Prozent behält wie bisher die US-Telefongesellschaft Bell South.

An E-Plus sind derzeit unter anderem mit zusammen 60,25 Prozent die deutschen Konzerne RWE und Veba beteiligt. Diese hatten vor geraumer Zeit mitgeteilt, sich auf den Verkauf ihrer Anteile an die France Telecom verständigt zu haben. France Telecom kam nun aber offenbar bei E-Plus nicht zum Zuge. Bell South hatte ein Vorkaufsrecht auf die Anteile.

Die KPN erklärte, sie werde durch die Übernahme gemessen an der potenziellen Reichweite zur Nummer drei auf dem europäischen Mobilfunkmarkt.

Zunächst wird BellSouth sein Vorkaufsrecht auf die Anteile von RWE und Veba nutzen und die Beteiligung bei E-Plus aufstocken. KPN kauft dann 77,5 Prozent der Anteile für 9,1 Milliarden Euro in bar. Bell South werde anschließend für zumindest 18 Monate an E-Plus beteiligt bleiben. Anschließend kann Bell South entweder ihren E-Plus-Anteil gegen 19 Prozent der Anteile an der KPN oder ihren Anteil in Anteile der KPN Mobile tauschen, was einem Wert von 6,5 Milliarden Euro entspreche. Allerdings kann BellSouth auch weiterhin Zünglein an der Waage spielen und die Anteile erneut verkaufen.

Damit BellSouth überhaupt die Anteile von RWE und Veba kaufen kann, erhält der US-Konzern ein Darlehen von KPN über drei Milliarden Dollar. Damit wird Bell South seine Anteile an KPN auf höchstens 24,9 Prozent erhöhen.

KPN habe zur Finanzierung der Übernahme einen Überbrückungskredit von 13 Milliarden Euro bei einem Bankenkonsortium unter Federführung der JP Morgan und ABN Amro aufgenommen. An dem Bankenkonsortium sei auch die Citibank, die Dresdner Bank, ING Barings und Warburg Dillon Read beteiligt, teilte das Unternehmen mit.

France Telecom hatte Anfang Oktober den Kauf des 17,24-prozentigen E-PlusAnteils des Mitinhabers Vodafone Airtouch bekannt gegeben und war sich später auch mit RWE und Veba über eine Übernahme von deren 60,25 Prozent einig geworden. Insgesamt hatte die France Telecom dabei 9,1 Milliarden Euro für die Kontrolle an E-Plus geboten.

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