Veba-Viag Schneller Zusammenschluss

Die Mischkonzerne beschleunigen ihr Verschmelzen zu einem der größten börsennotierten Energiedienstleister der Welt. Bis zum Sommer wollen sie die Fusion geschafft haben, hofft Viag-Chef Simson.

Düsseldorf/München - "Wo immer es möglich ist, drücken wir noch stärker auf die Tube", versprach auch der Vorstandsvorsitzende der Veba, Ulrich Hartmann.

Schon im nächsten Jahr soll ein "guter Teil" der gemeinsamen Liste von Firmenverkäufen abgearbeitet sein. Der ursprünglich veranschlagte Zeitraum von drei Jahren werde sicher nicht benötigt. Mit dem Verkauf von insgesamt acht größeren Unternehmen wollen Veba und Viag ihre Kräfte dann auf die beiden Geschäftsfelder Energie und Spezialchemie konzentrieren.

Viag hat vor der Fusion allerdings mit einem Gewinneinbruch und Personalquerelen bei der Energietochter Bayernwerk zu kämpfen. Auch bei Veba sinkt das Ergebnis im Stromgeschäft auf dem nunmehr liberalisierten deutschen Markt. Die Düsseldorfer gehen dennoch mit Rekordzahlen in die Konzernehe, da andere Sparten zulegen und Buchgewinne durch Verkäufe erzielt werden.

2,5 Viag für eine Aktie des neuen Unternehmens

Die Einzelheiten der Veba/Viag-Fusion werden noch im Dezember von den Aufsichtsräten beraten. Auf außerordentlichen Hauptversammlungen sollen die Aktionäre Mitte Februar ihre Zustimmung geben.

Die Viag- Aktionäre erhalten für 2,5 Viag-Aktien eine Aktie des fusionierten Unternehmens, dessen Name noch nicht fest stehe.

Hartmann rechnet mit Zustimmung auch seitens der Kartellbehörden. Die Unterlagen seien bei der EU-Kommission eingereicht, die Prüfung werde bald beginnen. Viag-Finanzchef Erhard Schipporeit sieht sogar gute Chancen, dass bis zu den Hauptversammlungen der beiden Firmen im Februar schon eine Genehmigung vorliegen könnte. Wenn die Kartellbehörden aber in eine intensivere Prüfung einsteige, werde die Genehmigung wohl nicht mehr vor der HV vorliegen.

Bayernwerk und PreussenElektra gehen zusammen

Unmittelbar nach dem Verschmelzen von Viag auf Veba im Sommer werden Bayernwerk und PreussenElektra zusammengelegt. Die Fusion von Degussa und Hüls wirke sich allmählich positiv auf die Chemiesparte aus; die Zusammenführung mit SKW Trostberg werde zügig auf den Weg gebracht.

Viag-Chef Simson bestritt alle Spekulationen über Spannungen zwischen den Fusionspartnern. "Die Zusammenarbeit Viag/Veba verläuft reibungslos." Simson räumte jedoch ein, dass sich die Viag bei ihren Vorschlägen über die Vorstandsbesetzung für die Energieholding nicht durchsetzen konnte. Vom Bayernwerk-Vertriebsvorstand Egon Mühlberger habe man sich im gegenseitigen Einvernehmen getrennt.

Durch Verkäufe von Tochtergesellschaften verringerte sich die Beschäftigtenzahl bei Viag um 19 Prozent auf knapp 81.000 Mitarbeiter. Bei Veba stieg die Mitarbeiterzahl durch die Chemiefusion um 13,7 Prozent auf 132.750.

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