Tiptel Befreiungsschlag bei Hagenuk

Der Telefonausrüster hat sich mit der Übernahme der Kieler Hagenuk kräftig verhoben. Droht mit dem jetzt angekündigen Hagenuk-Konkurs auch Tiptel das Aus?

Kiel/Ratingen - Für die zur Tiptel-Gruppe gehörende Kieler Hagenuk wird das Insolvenzverfahren eingeleitet. Grund ist, dass der geplante Umsatz nicht erreicht werden kann. Hagenuk wird 1999 lediglich einen Umsatz von etwa 72 Millionen Mark erzielen, teilte Tiptel mit. Die Gruppe könne Hagenuk nicht weiter fortbestehen lassen. Das Engagement habe Tiptel allein in den ersten neun Monaten diesen Jahres bereits fast 70 Millionen Mark gekostet.

In den vergangenen Monaten war ein umfassendes Konzept zur Sanierung des schleswig-holsteinischen Werkes erarbeitet worden. Vorgesehen waren eine gemeinsame Aktion beteiliger Banken durch Rangrücktritt der Forderungen.

Daneben sollte das Land Schleswig-Holstein, auf die Rückzahlung von Förderungsgeldern verzichten, sagte Tiptel-Vorstandsvorsitzender Hans-Ekkehard Domröse. Trotz intensiver Verhandlungen habe das Land den Verzicht nicht erklärt.

Domröse ersetzte erst Anfang September den bisherigen Vorstandschef und Mehrheitsaktionär Erhard Schäfer (Bild links).

Das Geschäft der Tiptel-Gruppe wurde in diesem Jahr dramatisch schlechter. Der Umsatz ging um rund 21 Prozent auf rund 108 Millionen Mark zurück, das Minus der Gruppe stieg dagegen um beinahe das Zehnfache auf 69,2 Millionen Mark. Das Eigenkapital der Gruppe schrumpfte bis Ende September auf 18,2 Prozent.

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