Siemens Möglichst hohe Umbaukosten

Das Sparprogramm in Verwaltung und Vertrieb wird Siemens in diesem Jahr voraussichtlich hohe Kosten verursachen. Man wolle so viele Restrukturierungskosten wie möglich im laufenden Geschäftsjahr buchen, sagte Finanzvorstand Joe Kaeser.

München - Das geplante Sparprogramm in der Verwaltung und im Vertrieb werde vor allem im Geschäftsjahr 2007/08 (zum 30. September) Kosten verursachen, sagte Kaeser der "Börsen-Zeitung". "Wir wollen möglichst viele Restrukturierungsaufwendungen noch im laufenden Geschäftsjahr buchen", sagte er.

Wegen des Veräußerungserlöses für VDO werde Siemens aber voraussichtlich dennoch einen Rekord-Jahresüberschuss verbuchen. "Wir konzentrieren uns jedoch bei unseren Zielen auf die fortgeführten Aktivitäten", sagte er.

Über den Umfang des bevorstehenden Stellenabbaus und die Höhe der Zusatzkosten wolle er sich noch nicht äußern. Erst müssten die Verhandlungen mit den Betriebsräten abgeschlossen sein, um die zuständigen Gremien zu informieren.

Kosten um 1,2 Milliarden Euro senken

Zur Prognose von Lehman Brothers, wonach die Restrukturierung bei einem Abbau von rund 10.000 Arbeitsplätzen etwa 800 Millionen Euro kosten werde, sagte Kaeser der Zeitung: "Ich will über Zahlen nicht spekulieren." Siemens will bis 2010 die Verwaltungs- und Vertriebskosten um 1,2 Milliarden Euro oder zehn Prozent reduzieren.

Kaeser räumte ein, dass die Kapitalrendite im laufenden Geschäftsjahr wahrscheinlich sinken werde, weil sich die Kapitalbindung infolge der zurückliegenden Akquisitionen erhöht habe. 2007 lag die Rendite auf das eingesetzte Kapital (ROCE) bei 12,7 Prozent. Er bekräftigte, der Umsatz solle im zweiten Halbjahr deutlich schneller steigen als im ersten Halbjahr.

"Dies werden wir erreichen, weil wir über einen hervorragenden Auftragsbestand verfügen." Allerdings gehe Siemens von einer Abschwächung der Weltkonjunktur aus.

Seine Abhängigkeit vom Dollarkurs habe Siemens durch Zukäufe in den USA verringert. Im laufenden Jahr würden die Auswirkungen der Dollarschwäche dank guter Hedging-Absicherungen relativ gering bleiben. "2009 wird die Wechselkursbelastung jedoch stärker werden, weil die Hedging-Konditionen sich inkrementell verschlechtern."

manager-magazin.de mit Material von reuters

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