Deutsche Börse AG Neuer Name, neue Gesellschafter

Aus dem führenden deutschen Marktplatz wird das "Euroboard", und als Gesellschafter können sich künftig auch internationale Investoren einkaufen. Vielleicht auch Anleger - ein Börsengang der Börse ist möglich.

Frankfurt - Die Ausrichtung der Börse auf Europa sei "logische Konsequenz" des Zusammenwachsens des europäischen Kapitalmarktes, erklärte die Börse. Als sichtbares Zeichen werde die Deutsche Börse in "Euroboard" umbenannt, hieß es im Anschluss an die Aufsichtsratssitzung weiter. Dieser Name sei Programm und stehe für die "durchgängige Internationalisierung" des Unternehmens.

Zudem sollen mehr internationale Marktteilnehmer die Möglichkeit erhalten, sich am Gesellschaftskapital zu beteiligen. Im Rahmen der Eigentümerreform seien eine Privatplatzierung der Anteile, eine Kapitalerhöhung, ein Börsengang der Deutsche Börse AG oder eine Kombination dieser Maßnahmen mögliche Optionen.

Führend in Europa

Nach Transaktionen sei das Unternehmen in den europäischen Kapitalmärkten sowohl im Kassa- als auch im Terminmarkt bereits führend. Ferner besitze die Börse das größte Teilnehmernetz, das mit mehr als 650 Teilnehmern und mehr als 10.000 Terminals die gesamte europäische Zeitzone sowie Teile der USA abdecke.

Durch ihre Positionierung im Markt sieht sich die Börse nach eigenen Einschätzungen als attraktives Investment für international agierende Banken und Wertpapierhandelshäuser.

Attraktives Investment für Banken

Anders als die meisten Wettbewerber decke die Deutsche Börse die gesamte Wertschöpfungskette von Handel und Abwicklung im Kassa- und im Terminmarkt ab. Eine Beteiligung an der Deutschen Börse sei daher "werthaltiger" als der Kauf von Anteilen eines Elektronischen Kommunikationsnetzwerkes (ECN) oder einer Börse, sagte Werner Seifert, Vorstandsvorsitzender der Börse, den Angaben zufolge.

Die Mittel aus einer Kapitalmarkttransaktion sollen für den Ausbau der technischen Infrastruktur und des Kundenstammes verwendet werden. Geplant sei unter anderem der Aufbau von ECNs mit Internet-basierten Services. Gemeinsam mit dem European Clearing House (New Cedel International), an dem die Deutsche Börse mit 50 Prozent beteiligt ist, soll zudem ein Kontrahent für das Netting im Kassa- und Terminhandel etabliert werden.

Einheitlicher europäischer Kassamarkt

Als strategische Ziele nannte Seifert die schnelle Umsetzung eines einheitlichen europäischen Kassamarktes gemeinsam mit den anderen Börsen der European Exchange Alliance, unterstützt durch internationale Marktteilnehmer.

Im Terminmarkt soll die Position von Eurex als weltweit führende Terminbörse ausgebaut werden. Die europäische Abwicklungslandschaft soll zudem weiter vereinheitlicht werden durch eine Integration von Handel und Abwicklung. Das flächendeckende Teilnehmernetz soll auf über 800 Teilnehmer ausgebaut werden mit einem einheitlichen Technologiestandard für die Handelsplattformen Xetra und Eurex.

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