Mannesmann Aktionäre klagen gegen Esser

Ist Essers "Roadshow" nur das letzte Mittel, um seine eigene Haut zu retten? Muss das Management nicht neutral sein und den Aktionären die Entscheidung überlassen? Eine Klage von Mannesmann-Aktionären soll diese Fragen klären.

Düsseldorf - Mehrere Anteilseigner aus Hamburg hätten am Freitag beim Landgericht Düsseldorf eine Einstweilige Verfügung gegen die "Roadshow" des Vorstandsvorsitzenden, Klaus Esser, beantragt. Nun müsse das Gericht kurzfristig entscheiden, ob Esser seine Reise zu den Großaktionären beenden solle. Das berichtete die "Welt am Sonntag". Laut Antrag solle der Vorstand alle Maßnahmen unterlassen, die dem Interesse der Aktionäre, das in Aussicht stehende Übernahmeangebot von Vodafone anzunehmen, entgegenstünden. Insbesondere solle es Esser untersagt werden, eine Pool- und Frontenbildung unter den Aktionären herzustellen, die darauf abziele, Vodafone von der Abgabe weiterer Angebote und der Erhöhung des Angebotes abzuhalten.

Nach Ansicht der Antragsteller, so die Zeitung weiter, handelt der Vorstand gegen die Interessen der Aktionäre. Rechtsanwalt Andreas W. Dimke, der die Kläger vertritt und selbst beteiligt ist, sagte der "Welt am Sonntag", es sei nicht legitim, dass Esser bei ausgewählten Großaktionären vorspreche, um diese von einer Annahme des Vodafone-Angebotes abzubringen.

Außerdem sehe der Antrag der Aktionäre vor, dem Konzern zu untersagen, Gesellschaftsmittel für Werbung auszugeben, die nur der Behauptung des bestehenden Managements dienten. Der Vorstand solle zudem verpflichtet werden, bis zum 31. Januar 2000 eine Hauptversammlung einzuberufen, um über die weiteren Verhaltensweisen des Führungsgremiums im Zusammenhang mit dem Übernahmeangebot beschließen zu lassen.

Nach Angaben Dimkes habe sich der Vorstand einer Aktiengesellschaft nach geltendem deutschen Recht in Übernahmesituationen neutral zu verhalten und die Entscheidung den Aktionären zu überlassen, heißt es in dem Bericht weiter.

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