PKV Basistarif-Kunden müssen sich binden

An der Gesundheitsreform wird wieder geschraubt. Die Bundesregierung will die privaten Krankenversicherungen vor wechselwilligen Kunden schützen. Die Versicherten im neuen Basistarif müssen sich für mindestens zwei Jahre festlegen.

Berlin - Wer ab 2009 in den neuen Basistarif der Privaten Krankenversicherung wechselt, soll sich mindestens zwei Jahre darauf festlegen. Wie das Gesundheitsministerium am Montag bestätigte, sieht dies eine Absprache mit dem Finanzministerium und der Aufsichtsbehörde Bafin vor. Dies werde nun in einer Verordnung festgelegt.

Kritik, dass mit der Regelung der Wettbewerb zwischen den privaten Krankenversicherern ausgehebelt werde, wies Ministeriumssprecher Klaus Vater zurück. "Ich halte das nicht für ein Drama, ich halte das nicht für ein Komplott", sagte er. Wettbewerb werde jetzt erstmals möglich, nicht nur wegen des Basistarifs, sondern auch wegen des neuen Mitnahmerechts für Altersrückstellungen.

Die Zwei-Jahres-Regelung sei nötig geworden, weil die PKV-Unternehmen die Rechte beim Basistarif unterschiedlich auslegten. Der PKV-Verband vertrete die Auffassung, dass ein Wechsel in den Basistarif für immer erfolge. Einige kleinere Unternehmen wollten hingegen ihren Kunden erlauben, aus dem Basistarif heraus einen "Volltarif" zu wählen. Nun gelte es, "das Dilemma aus der Welt" zu schaffen.

Das "Handelsblatt" zitierte hingegen den Manager Joachim von Rieth von der Versicherung Kölner Central mit den Worten: "Wenn die Änderung so kommt, dann ist das Wechselrecht im ersten Halbjahr tot."

Die Vorschrift, dass alle privaten Krankenversicherungen einen Basistarif anbieten müssen, war Teil der Gesundheitsreform 2007. Der neue Tarif darf nicht mehr kosten als der Höchstpreis in der gesetzlichen Krankenversicherung. Er bietet in etwa denselben Umfang an Leistungen. Das eigentlich Neue ist, dass die PKV jeden nehmen muss, der nicht in der gesetzlichen Krankenversicherung pflichtversichert ist - auch, wenn der Interessent bereits krank ist. Die PKV hat sich deshalb massiv gegen die Neuerung gewehrt.

manager-magazin.de mit Material von ap

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