EM.TV Grosses Rad

Der Star des Neuen Marktes dient Berichten zufolge nur als Geldmaschine für die angeschlagene Kirch-Gruppe. Selbst Grossinvestoren sollen inzwischen auf Distanz gehen.

München - Die Aktie des Rechtehändlers EM.TV gehört zu den Stars am Neuen Markt der Börse. Innerhalb von zwei Jahren kletterte das Papier - Splits eingerechnet - von umgerechnet 0,47 Euro auf 77,50 Euro. Den "irrwitzig hohen Börsenkurs" könne die Firma längst nicht mehr rechtfertigen, schreibt "Der Spiegel".

Das Unternehmen sei vorrangig eine Geldbeschaffungs-Maschine für die Kirch-Gruppe, heisst es in dem Artikel. Die Bibliothek von Kinder- und Jugendfilmen, die EM.TV vor rund einem Jahr von der Kirch-Gruppe übernahm, könne nur an Kirch vermarktet werden. Entgegen den Behauptungen des Unternehmens sei der Kirch-Sender SAT 1 bei der Vermarktung der Trick- und Spielfilme des Joint Ventures "Junior TV" "Herr des Verfahrens". Das Filmpaket sei damit für andere deutsche Sender uninteressant. International sei der Markt für solche Filme zudem zu klein.

Selbst Grossinvestoren würden nun lieber Gewinne mitnehmen und vom Einstieg abraten. Das zeige auch die Schwierigkeit von EM.TV, eine Wandelanleihe zu platzieren. Der hohe Kurs setze Firmenchef Haffa unter Druck: "Der nächste Deal muss schneller sein als der Börsenkurs".

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