Märkte Energiepreise stützen Versorgeraktien

Kursgewinne bei den Versorgern haben am Montag den deutschen Aktienmarkt in einem insgesamt trägen Börsenhandel gestützt. In New York und London wurde nicht gehandelt.

Frankfurt am Main - Händlern zufolge legten Anleger wegen der Aussicht auf weiter steigende Energiepreise die Titel von Eon  und RWE  in ihr Depot. Wegen der Rekordölpreise will Eon einem Magazinbericht zufolge seine Gaspreise um bis zu 25 Prozent anheben. Zudem profitierte die Branche europaweit von Übernahmeverhandlungen. Der französische Versorger Suez  führt mit der italienischen Eni  Gespräche über den Verkauf seiner Mehrheitsanteile an der belgischen Distrigaz.

Wirkliche Impulse für die europäischen Börsen gab es Händlern zufolge aber nicht, da die Handelsplätze in London und New York am Montag wegen Feiertagen geschlossen waren. "Den Tag hätten wir uns auch schenken können", sagte ein Händler in Frankfurt. Viele Bewegungen seien zufallsbedingt oder technisch getrieben gewesen.

Der Leitindex Dax  schloss 0,1 Prozent höher bei 6953 Punkten. Der MDax  der mittelgroßen Werte verlor hingegen 0,8 Prozent auf 9474 Punkte. Der Technologiewerte-Index TecDax  fiel um 1,18 Prozent auf 843 Punkte. Der Europa-Index Stoxx 50  gab 0,2 Prozent auf 3162 Zähler nach.

T-Aktie von Spitzelaffäre unbeeindruckt

Dem Aktienkurs der Deutschen Telekom schadete die Spitzelaffäre wider Erwarten nicht: die T-Aktie  kletterte um 0,9 Prozent. "Die jüngsten Nachrichten sind zwar überhaupt nicht gut, beeinflussen aber nicht das Ergebnis", sagte ein weiterer Händler. Die Telekom hatte am Wochenende eingeräumt, Daten missbraucht zu haben. Einem Bericht des Nachrichtenmagazins DER SPIEGEL zufolge hat der Konzern mehr als ein Jahr lang Telefonate von Managern und Journalisten observiert.

Chefwechsel bei Infineon

Chefwechsel bei Infineon

Größter Dax-Verlierer waren die Aktien von Infineon , die 2,5 Prozent auf 6,1 Euro abgaben. Nach Xetra-Börsenschluss teilte der Konzern mit, dass Vorstandschef Wolfgang Ziebart wegen Differenzen über die Strategie von seinem Posten zurücktritt. Sein Nachfolger wird Peter Bauer, derzeit Chef der Autochipsparte.

Hypo Real Estate profitiert von Flowers-Gebot

Aktien der Hypo Real Estate  gewannen als einer der stärksten Dax-Werte 1,98 Prozent auf 21,60 Euro. Marktteilnehmer führten dies auf das von der Investorengruppe um den US-Finanzinvestor J. C. Flowers am Freitag vorgelegte Gebot für den Einstieg beim Immobilienfinanzierer zurück.

Autohersteller auf der Verliererseite

Zu den Verlierern gehörten europaweit die Papiere von Autoherstellern. Händler nannten die anhaltend hohen Ölpreise  und den teuren Euro  als Belastungsfaktoren. Der europäische Autoindex gab rund 1 Prozent ab. Auch Bankenwerte waren wenig gefragt. "Die Finanzkrise ist noch nicht vorbei - man wartet ab, was da noch auf einen zukommt an Konjunkturzahlen und von den Unternehmen", beschrieb Helaba-Marktexperte Christian Schmidt die derzeitige Gemütslage.

Kapitalerhöhung belastet UBS

An der Schweizer Börse fielen die Aktien von UBS  um 5,8 Prozent. Die Titel werden am Dienstag ex Bezugsrecht aus der aktuellen Kapitalerhöhung gehandelt, was Händlern zufolge im Vorfeld für Druck sorgte. Zudem habe der Emissionsprospekt zur Kapitalerhöhung die Anleger daran erinnert, dass sich die Verluste der UBS aus den Investitionen im globalen und US-Immobilienmarkt noch ausweiten könnten. "Die Probleme hat die Bank noch lange nicht ausgestanden", sagte ein Händler.

Am deutschen Rentenmarkt stieg die durchschnittliche Umlaufrendite der börsennotierten Bundeswertpapiere auf 4,35 (Vortag: 4,33) Prozent. Der Rentenindex Rex sank um 0,15 Prozent auf 115,76 Punkte. Der Bund Future gab um 0,11 Prozent auf 112,81 Punkte nach. Der Kurs des Euro stieg. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,5761 (Freitag: 1,5742) Dollar fest. Der Dollar kostete 0,6345 (0,6352) Euro.

manager-magazin.de mit Material von reuters und dpa

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