Gründe Warum der Ölpreis steigt

Der Ölpreis eilt von Rekord zu Rekord. Am Donnerstag kostete US-Leichtöl erstmals mehr als 135 Dollar je Fass. Experten nennen eine ganze Reihe von Gründen. Im Folgenden die wichtigsten Erklärungen für den rasanten Anstieg.

Opec will nicht mehr Öl fördern

Ein Drittel des Erdöls weltweit kommt von Mitgliedern des Ölkartells Opec. Die Organisation Erdöl exportierender Länder hat damit einen großen Einfluss auf den Ölpreis. Wenn sie ihr Angebot verknappt, steigt der Preis. Ein größeres Angebot könnte den Preis drücken. Ein Opec-Vertreter erklärte in dieser Woche jedoch in Reaktion auf den neuen Rekordpreis am Mittwoch prompt, das Kartell sehe derzeit keinen Handlungsbedarf.

Ein zu hoher Ölpreis ist der OPEC aber auch nicht recht, denn dies könnte die Weltwirtschaft belasten, den Öl-Durst reduzieren und damit längerfristig den Ölpreis dämpfen.

Nachfrage steigt, Spekulanten zocken

Neben einem knappen Angebot sorgt auch die starke Nachfrage nach Erdöl für steigende Preise. Vor allem China und die USA verbrauchen trotz der hohen Preise Jahr für Jahr mehr Öl. Experten führen den Ölpreisanstieg auch auf zunehmende Spekulationsgeschäfte zurück. Diese Geschäfte am Energiemarkt boomen seit Jahren. Vor allem sogenannte Hedge Fonds haben ihr Engagement an den Rohstoffmärkten rasant ausgeweitet und damit die Preise zusätzlich nach oben getrieben. Hinzu kommt, dass immer mehr Investoren Öl als Anlageform sehen, mit der sie sich gegen den fallenden Dollarkurs absichern.

Krise in der Golfregion und Nigeria

Der Iran liegt wegen seines umstrittenen Atomprogramms seit langem im Streit mit westlichen Regierungen. Es wird befürchtet, dass diese Konflikte zu Störungen bei Öllieferungen aus dem Land führen. Der Iran ist der viertgrößte Erdölexporteur der Welt. Problematisch sind die Ölexporte auch aus dem Irak: Seit dem Einmarsch von US-Truppen 2003 ist das Liefervolumen deutlich gesunken. Grund dafür sind zahlreiche technische Probleme und Sabotage an den Pipelines. Auch die Öl-Förderung in Nigeria - der achtgrößte Ölexporteur - wird immer wieder durch Angriffe von Rebellen gestört, was das Angebot verknappt und bei steigender Nachfrage den Preis nach oben treibt.

Die Rolle der Währungen

Der auf ein Rekordtief zum Euro gefallene Dollar federt den hohen Ölpreis für die Länder in der Euro-Zone etwas ab, denn Öl wird zumeist in der US-Währung gehandelt. Da der Euro im Vergleich zum Dollar an Wert gewonnen hat, fällt der Ölpreisanstieg - in Euro gerechnet - nicht so deutlich aus wie in Dollar gemessen. Gleichzeitig jedoch trägt der schwache Dollar zum hohen Ölpreis bei, da er die Kaufkraft vieler Länder erhöht, die andere Währungen als den Dollar haben. Vor diesem Hintergrund interpretieren deshalb manche Marktbeobachter den Niedergang des Dollar als Hauptfaktor für die Preisrallye am Ölmarkt.

manager-magazin.de mit Material von Nachrichtenagenturen

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