UBS Problempapiere entsorgt

Die Schweizer Großbank UBS hat US-amerikanische Hypothekenpapiere für 15 Milliarden Dollar an den Vermögensverwalter Blackrock verkauft. Dafür nahm das Institut einen kräftigen Abschlag in Kauf und stellte dem Käufer zudem einen Milliardenkredit.

Zürich - UBS  ist wie geplant einen großen Teil ihrer faulen Hypothekenpapiere losgeworden. Dafür musste das angeschlagene Institut allerdings einen hohen Abschlag in Kauf nehmen. Die Vermögenswerte mit Bezug zum US-Immobilienmarkt seien für 15 Milliarden Dollar an einen neu gegründeten Fonds des US-Vermögensverwalters Blackrock gegangen, teilte die UBS am Mittwoch in Zürich mit. Der Nominalwert lag bei 22 Milliarden Dollar.

Die Bank habe "weder einen Buchgewinn, noch einen -verlust Erzielt", sagte eine Sprecherin. Die Papiere hätten bereits per Ende März mit 15 Milliarden Dollar in den Büchern gestanden.

Die UBS gehört zu den von der Hypothekenkrise am schwersten getroffenen Instituten. Alleine im ersten Quartal verloren die Eidgenossen durch die Turbulenzen ausgehend vom US-Häusermarkt rund 19 Milliarden Dollar. Daraus resultierte ein Vorsteuerverlust von 11,5 Milliarden Franken (rund 7 Milliarden Euro). Die Bank will deshalb bis Mitte 2009 etwa 5500 Stellen abbauen.

Blackrock zahlt Kaufpreis mit UBS-Kredit

Den weiteren Angaben zufolge hat Blackrock den Kaufpreis der Papiere zu 75 Prozent mit einem Kredit von UBS finanziert. Die restlichen 3,75 Milliarden Dollar des Kaufpreises sei bei Anlegern eingesammelt worden. Der UBS-Kredit über 11,25 Milliarden Dollar sei auf mehrere Jahre befristet und besichert, erklärte die Bank weiter.

Bei den Wertpapieren handle es sich mehrheitlich um Subprime- und nicht ganz so unsichere, sogenannte Alt-A-Bestände. Dazu komme ein kleinerer Teil an Prime-Positionen. Die Schweizer Großbank führe jetzt noch eine Kreditposition von gut elf Milliarden in den Büchern.

Es kommt Bewegung in den Markt

Was auf den ersten Blick so aussieht, als wolle sich UBS zum großen Teil selbst an den eigenen Haaren aus dem Subprime-Sumpf ziehen, ermöglicht es der Bank, die auch für das Image problematischen Subprime-Risikoposition abzubauen. Drei Viertel der Position werden zu einem "normalen" Kredit und das Risiko für das letzte Viertel liegt bei den Investoren des Fonds.

Es kommt Bewegung in den Markt

Dass Blackrock Geld für den Fonds beschaffen konnte, kann als Beweis dafür gewertet werden, dass Bewegung in den ausgetrockneten Markt für US-Hypothekenverbriefungen gekommen ist. Es gibt offenbar Anleger, die dem amerikanischen Hypothekenmarkt Erholungspotential zubilligen und bereit sind, darauf Geld zu setzen.

Die Vertragsbedingungen im einzelnen würden nicht offengelegt, teilte UBS weiter mit. Und von eben diesen Bedingungen sowie davon wie der Kredit besichert sei, hänge es letzten Endes ab, wie gut die Transaktion für UBS sei, sagte Sarasin-Analyst Rainer Skierka.

"Die Reduktion der Risiken bleibt ein wesentlicher Bestandteil unserer laufenden finanziellen Restrukturierung, und dieser Verkauf ist ein großer Schritt hin zu einem weiteren Abbau unserer Positionen in dieser Anlagekategorie", sagte Bankchef Marcel Rohner.

manager-magazin.de mit Material von dpa und reuters

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